450-Euro-Job: Was müssen Sie bei einer geringfügigen Beschäftigung beachten?

Kurze Zusammenfassung zum 450-Euro-Job

  1. Bei einem Job auf 450-Euro-Basis darf der monatliche Verdienst eine Grenze von durchschnittlich 450 Euro bzw. das jährliche Einkommen einen Betrag von 5.400 Euro nicht überschreiten.
  2. Mehrere 450-Euro-Jobs müssen laut Arbeitsrecht zusammengerechnet werden.
  3. Um zu verhindern, dass die Einkünfte aus dem 450-Euro-Job auf den Hartz-4-Satz angerechnet werden, darf ein Freibetrag von 100 Euro nicht überschritten werden.

450-Euro-Jobs bzw. Minijobs finden sich in Deutschland vor allem im Verkauf oder in der Gastronomie und werden von den unterschiedlichsten Personengruppen ausgeübt. Welche arbeitsrechtlichen Vorschriften bei einem solchen Minijob Anwendung finden und inwiefern das Einkommen auf den Hartz-4-Satz angerechnet wird, erklären wir im Ratgeber.

450-Euro-Job: Wie viele Stunden Sie arbeiten, ist seit 2003 unerheblich.

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Was zeichnet einen 450-Euro-Job aus?

Rentner, die durch einen 450-Euro-Job ihre Rente aufbessern möchten, Studenten, die etwas neben der elterlichen Unterstützung dazuverdienen wollen, oder auch Empfänger von Hartz 4 (Arbeitslosengeld 2) befinden sich meist in einem sogenannten geringfügigen Beschäftigungsverhältnis.

Wann es sich um ein solches handelt, ist in § 8 Absatz 1 SGB IV (Viertes Sozialgesetzbuch) festgehalten:

Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn

  1. das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt,
  2. die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt.“

Wie der Name schon sagt, darf das Einkommen bei einem 450-Euro-Job demzufolge nicht über dieser Grenze liegen. Es geht dabei jedoch um den monatlichen Durchschnittswert, weshalb eine Höchstgrenze von 5.400 Euro im Jahr maßgeblich ist. Sollte der Minijob auf maximal 50 Arbeitstage oder zwei Monate im Jahr begrenzt sein, darf der monatliche Verdienst bei einem 450-Euro-Job laut Gesetz auch höher sein.

Wichtig: Dies gilt nicht, wenn Berufsmäßigkeit vorliegt, sprich: Sie gehen dieser Arbeit nur nach, um Ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. In diesem Fall muss eine durchschnittliche Grenze von 450 Euro pro Monat eingehalten werden. Bei einem 450-Euro-Job fallen zwar Steuern an, diese werden allerdings in der Regel vom Arbeitgeber getragen und sind so gering, dass Minijobber dies gar nicht erst bemerken. Daher gehen einige davon aus, ein 450-Euro-Job sei steuerfrei.

Wie viele 450-Euro-Jobs darf man haben?

Üben Sie zwei oder mehrere 450-Euro-Jobs aus, müssen diese zusammengerechnet werden. Führt dies dazu, dass Ihr Einkommen über der monatlichen Grenze von 450 Euro liegt, handelt es sich nicht mehr um eine geringfügige Beschäftigung, was mit gewissen Konsequenzen verbunden ist:

  • Arbeitgeber müssen die Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung bei einem 450-Euro-Job für ihre Mitarbeiter nicht übernehmen. Dies besagt § 7 Absatz 1 SGB V (Fünftes Sozialgesetzbuch).
  • Arbeitnehmer müssen sich daher selbst bei einem 450-Euro-Job um die Rentenversicherung sowie die Sozialversicherung kümmern.
  • Übersteigt ihr Verdienst aufgrund von mehreren Jobs auf 450-Euro-Basis allerdings die Verdienstobergrenze, fällt dies in das Aufgabenfeld des Arbeitgebers!

Hartz 4 plus 450-Euro-Job: Was bleibt vom Geld übrig?

Bei einem 450-Euro-Job muss die Krankenversicherung nicht vom Arbeitgeber gezahlt werden.

Bei einem 450-Euro-Job muss die Krankenversicherung nicht vom Arbeitgeber gezahlt werden.

Arbeitslosengeld-II-Beziehende haben zusätzlich zu den Leistungen vom Jobcenter die Möglichkeit, einen 450-Euro-Job auszuüben.

Eine Anrechnung auf den Hartz-4-Satz können sie verhindern, indem Sie den Grundfreibetrag im Monat nicht überschreiten. Dieser liegt bei 100 Euro.

Bei einem 450-Euro-Job muss der Stundenlohn der gesetzlichen Lohnuntergrenze (Mindestlohn) entsprechen. Diese liegt aktuell bei 8,84 Euro brutto pro Stunde. Überschreiten Empfänger von ALG 2 dadurch jedoch die Grenze von 100 Euro, wird ihr Einkommen auf die Leistungen angerechnet.

Bei einem Bruttoeinkommen, das zwischen 101 und 1.000 Euro liegt, müssen 80 Prozent angerechnet werden. 20 Prozent dürfen sie demzufolge behalten, wenn Sie auf 450-Euro-Basis einen Job ausüben.

Bildnachweise: fotolia.com/panithi33, istockphoto.com/prosot-photography

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