Gesetzliche Arbeitszeit: Bei der Arbeit in Deutschland klar geregelt

Kurze Zusammenfassung zur Arbeitszeit

  1. Arbeitszeiten dürfen nach geltendem Arbeitsrecht festgelegte Grenzen nicht überschreiten. Die übliche Arbeitszeit beträgt acht Stunden am Tag.
  2. Als Grundlage für alle Regelungen, die in Verbindung zur Arbeitszeit stehen, fungiert das Arbeitszeitgesetz.
  3. Ein Anwalt für Arbeitsrecht kann helfen, wenn es wegen Arbeitszeiten zu Streitigkeiten im Betrieb kommt.

Uneinigkeit in Bezug auf die Arbeitszeit führt in deutschen Unternehmen immer wieder zu Problemen zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Es gilt: In Bezug auf Arbeitszeit, Pausen, Nachtarbeit sowie Sonntags- und Feiertagsarbeit ist das Arbeitszeitgesetz zu beachten.

Arbeitszeiten und Ruhezeiten müssen im Verhältnis stehen

Verschiedene Arbeitszeitmodelle kommen in deutschen Unternehmen zur Anwendung. Viele Arbeitnehmer besitzen einen Vollzeitjob, wodurch Sie mindestens 40 Stunden pro Woche arbeiten. Auch eine Teilzeitbeschäftigung mit wöchentlichen 30 Stunden wird vielerorts angeboten. Dazu kommen Minijobs und Stellen, welche flexible Arbeitszeitplanungen ermöglichen.

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sorgt dafür, dass Arbeitszeit jedem Arbeitnehmer nur insofern zugemutet wird, wie es aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht zulässig ist. Auch die eigentliche Definition zur Beschäftigungszeit findet sich im ArbZG wieder: Dabei handelt es sich um die Zeit von Arbeitsantritt bis zum Feierabend, abzüglich der Ruhepausen.
Die Antwort auf die Frage: "Was gehört zur Arbeitszeit?", liefert das Arbeitszeitgesetz.

Die Antwort auf die Frage: “Was gehört zur Arbeitszeit?”, liefert das Arbeitszeitgesetz.

Im Arbeitsrecht wird die Arbeitszeit, die bei einer Beschäftigung anfällt, für gewöhnlich vom Arbeitgeber im Arbeitsvertrag festgehalten. Damit Unternehmer jedoch nicht dazu tendieren, ihre Angestellten zu stark zu belasten, hat der Gesetzgeber klare Grenzen festgelegt.

So gibt § 3 ArbZG vor, dass die tägliche Arbeitszeit acht Stunden prinzipiell nicht überschreiten darf. Kommt es trotzdem zu Überschreitung, bis zu zehn Stunden pro Arbeitstag sind erlaubt, darf die durchschnittliche Beschäftigungszeit in sechs Monaten nicht mehr als acht Stunden betragen.

Neben der eigentlichen Arbeitszeit sind auch Pausen konkret geregelt. Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter spätestens nach sechs Stunden Arbeit eine 30-minütige Pause einlegen. Wer in der Woche Tage hat, an denen er mehr als neun Stunden arbeitet, ist sogar zu jeweils einer 45-minütigen Pause verpflichtet. Dazu kommt, dass Arbeitstage mindestens durch eine elfstündige Ruhezeit voneinander getrennt sein müssen.

Wochenenden und Feiertage

Arbeitszeiten in Deutschland können je nach Branche auch auf Sonntage oder Feiertage fallen. Auch diese Fälle sind genau im Arbeitszeitgesetz geregelt:

  • Arbeitgeber dürfen Beschäftigte nur in klar festgelegten Ausnahmefällen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen beschäftigen.
  • Eine Ausnahmegenehmigung liegt beispielsweise für Feuerwehrmänner, Ärzte, Pflegepersonal, Rundfunkmitarbeiter und für Nachrichtensprecher vor.
  • Pro Jahr müssen für Arbeitnehmer mindestens 15 Sonntage beschäftigungsfrei sein.
  • Sonn- und Feiertagsarbeit ist innerhalb eines Zeitraums von acht Wochen durch Ersatzruhetage auszugleichen.

Nachtarbeit: Arbeit zu später Stunde

Klare Vorgaben zur Arbeitszeit: Auch eine Pausenregelung sollte im Arbeitsvertrag stehen.

Klare Vorgaben zur Arbeitszeit: Auch eine Pausenregelung sollte im Arbeitsvertrag stehen.

Ein Arbeitsvertrag, der die Arbeitszeit klar regelt, sollte auch Klauseln zur Nachtarbeit enthalten, wenn es die entsprech­ende Arbeitsposition erfordert. Die Grundlagen zu diesem arbeitsrechtlichen Aspekt lassen sich in § 6 ArbZG nachlesen.

Auch bei Nachtarbeit gelten die festgelegten Arbeitszeitgrenzen. Arbeitnehmer aus der Nachtarbeit besitzen darüber hinaus das Recht, sich in regelmäßigen Abständen arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen.

Die Arbeitgeber müssen dem Gesetz nach hierfür die Kosten komplett übernehmen.

In Bezug auf Nacht- oder Schichtarbeit sollten Arbeitssuchende ihre Rechte kennen: Sie müssen beispielsweise eine vorgelegte Stelle nicht annehmen, wenn diese zeitlich nicht mit der andauernden Erziehung von Kindern oder Pflege von Angehörigen vereinbar ist.

Bildnachweise: fotolia.com/jegg.de, fotolia.com/Fxquadro

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (51 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.