BAföG: Wer profitiert vom Bundesausbildungsförderungsgesetz?

FAQ: BAföG

Was bedeutet BAföG?

Die Abkürzung „BAföG“ steht eigentlich für „Bundesausbildungsförderungsgesetz“. Umgangssprachlich werden damit allerdings die Leistungen bezeichnet, welche Schülern, Studenten und Azubis aufgrund des Gesetzes zusteht.

Wer hat als Student Anspruch auf BAföG?

Dafür gibt es zwei wichtige Kriterien: Der Betroffene muss die Ausbildung noch vor Beendigung vom 30. Lebensjahr beginnen und es muss eine realistische Chance gegeben sein, dass das Ausbildungsziel auch erreicht wird. Um dies nachzuweisen, sind Studenten ab dem 5. Semester verpflichtet, Leistungsnachweise zu erbringen.

Wo kann ich BAföG beantragen?

Es gibt zwei mögliche Anlaufstellen: Schüler, Auszubildende an Abendgymnasien, Kollegs, Höheren Fachschulen und Akademien müssen sich an das Amt für Ausbildungsförderung wenden. Studenten können den Antrag auf BAföG im Studium beim Studentenwerk einreichen.

Eine gute Bildung kann den Grundstein für ein erfolgreiches Arbeitsleben legen. Damit keinem angehenden Erwachsenen aufgrund der finanziellen Situation der Eltern eine umfassende Ausbildung verwehrt bleibt, gibt es unterschiedliche staatliche Hilfen aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit Sie BAföG beantragen können?

Was ist BAföG?

BAföG soll Chancengleichheit bezüglich der Bildung herstellen.
BAföG soll Chancengleichheit bezüglich der Bildung herstellen.

Nicht immer können Talente der Kinder ausreichend gefördert werden, wenn die finanziellen Mittel der Eltern stark begrenzt sind und gerade einmal für das nötigste reichen..

Um eine Chancengleichheit bezüglich der Bildung zu schaffen, gibt es unterschiedliche staatliche Leistungen.

So stehen Kindern von Hartz-4-Empfänger zum Beispiel die Leistungen für Bildung und Teilhabe zur Verfügung. Studenten greifen häufig auf das BAföG zurück.

Wer einen Anspruch darauf hat, ist in § 1 vom Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) definiert:

Auf individuelle Ausbildungsförderung besteht für eine der Neigung, Eignung und Leistung entsprechende Ausbildung ein Rechtsanspruch nach Maßgabe dieses Gesetzes, wenn dem Auszubildenden die für seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung erforderlichen Mittel anderweitig nicht zur Verfügung stehen.

Das heißt: Können die Eltern dem Kind keine den Fähigkeiten entsprechende Ausbildung bezahlen, springt das BAföG-Amt ein, sofern noch weitere Voraussetzungen für eine Forderung erfüllt werden. Welche dies genau sind, erfahren Sie im nachfolgenden Abschnitt.

Wichtig: Beim BAföG für Studenten handelt es sich um eine Leistung, welche zum Teil als Darlehen gewährt wird. Sie müssen den staatlichen Zuschuss also anteilig zurückzahlen.

Studenten-BAföG beziehen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Neben dem Schüler- oder Ausbildungsbafög ist vor allem die Förderung von Studenten nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz bekannt. Um den monatlichen finanziellen Zuschuss erhalten zu können, müssen folgende Voraussetzungen vom Studenten erfüllt werden:

  • Staatsangehörigkeit: BAföG wird grundsätzlich für deutsche Staatsbürger geleistet. Allerdings können auch Studenten aus anderen Staaten der EU die Ausbildungsförderung in Anspruch nehmen, wenn sie ein Recht auf Daueraufenthalt im Sinne des Freizügigkeitsgesetzes besitzen.
  • Eignung: Damit Sie eine Förderung durch BAföG beantragen können, müssen die Leistungen erwarten lassen, dass das angestrebte Ausbildungsziel auch erreicht wird. Als Nachweis dafür dienen Anwesenheit sowie das Erreichen des Studienfortschritts gemäß Ausbildungs- und Prüfungsordnungen.
  • Alter: In aller Regel liegt die Grenze zur Ausbildungsförderung nach dem BAföG bei 30 Jahren zu Studienbeginn, in Ausnahmefällen auch bei 25 Jahren.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kommt noch ein weiterer Faktor ins Spiel, der darüber entscheidet, ob dem Betroffenen BAföG zusteht oder nicht: das Einkommen der Eltern. Ist dieses zu hoch, kann mit BAföG die Ausbildung nicht finanziert werden. Eine BAföG-Beratung beim zuständigen Studentenwerk kann darüber Aufschluss geben, ob Sie die Leistung beantragen können oder nicht.

Gut zu wissen: Es besteht auch die Option, elternunabhängiges BAföG zu beziehen. Diese Möglichkeit kommt in Betracht, wenn der Aufenthaltsort der Eltern nicht bekannt ist oder sie rechtlich oder tatsächlich daran gehindert sind, Unterhalt zu leisten.

Können auch Schüler BAföG beziehen?

Auch Schüler können BAföG erhalten.
Auch Schüler können BAföG erhalten.

Die Leistungen aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz sind allerdings nicht nur für Studenten vorgesehen. Der Besuch folgender Ausbildungsstätten kann grundsätzlich eine Ausbildungsförderung durch BAföG begründen:

  • Weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und Berufsfachschulen,
  • Berufsfachschulklassen und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt,
  • Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt,
  • Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs,
  • Höhere Fachschulen und
  • Hochschulen

Bei jeder Förderoption wird im Einzelfall geprüft, ob die entsprechenden Voraussetzungen für einen Bezug vom Bewerber erfüllt werden.

Wie ist der BAföG-Höchstsatz definiert?

Im Zuge der BAföG-Erhöhung im Jahr 2019 wurden auch die jeweiligen Höchstsätze für die Anspruchsberechtigten angehoben. Im Höchstsatz ist auch eine Pauschale für den Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag enthalten, welcher insgesamt 109 Euro beträgt.

Der nachfolgenden Übersicht können Sie die jeweiligen Höchstsätze entnehmen. Diese richten sich nach der Ausbildungsstätte, welche der Betroffene besucht:

  • 590 Euro für weiterführende allgemeinbildende Schulen und Berufsfachschulen ab Klasse 10 sowie Fach- und Fachoberschulen.
  • 699 Euro für Berufsfachschul- und Fachschulklassen, die einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln.
  • 782 Euro für Abendhaupt- und Abendrealschulen, Berufsaufbauschulen und Fachoberschulklassen, wenn deren Besuch eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzt.
  • 825 Euro für Abendgymnasien und Kollegs.
  • 853 Euro für höhere Fachschulen, Akademien und Hochschulen.

Wichtig: Es ist auch möglich, Auslandsbafög zu beantragen, wenn Sie einen Teil der Ausbildung nicht im Inland absolvieren.

Wo beantrage ich BAföG?

Als Student kann BAföG beim Studierendenwerk beantragt werden.
Als Student kann BAföG beim Studierendenwerk beantragt werden.

Wo Sie einen BAföG-Antrag einreichen können, richtet sich maßgeblich danach, welche Ausbildungsart gefördert werden soll. Sind Sie Student im Inland, müssen Sie sich an das Studierendenwerk Ihrer Hochschule wenden.

Für die Förderung einer schulischen Ausbildung sind die Ämter für Ausbildungsförderung der Kreise oder kreisfreien Städte der richtige Ansprechpartner.

Wollen Sie BAföG im Ausland beziehen, müssen Sie sich an zentrale Ausländerämter in Deutschland wenden.

Wie läuft beim BAföG die Rückzahlung ab?

Schüler erhalten die Leistungen aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz grundsätzlich nicht als Darlehen, sondern als Zuschuss, welcher nicht zurückgezahlt werden muss. Anders verhält es sich bei Studenten.

Dieser erhalten BAföG zum einen Teil als Zuschuss, zum anderen Teil als zinsloses Darlehen, welches zurückgezahlt werden muss. Fünf Jahre nach Beendigung der Auszahlung können Betroffene damit beginnen, die Schulden zu tilgen.

Gut zu wissen: Es besteht auch die Möglichkeit, das BAföG auf einen Schlag zurückzuzahlen. In diesem Fall wird zusätzlich noch ein Teil der Schulden erlassen.

Bildnachweise: istockphoto.com/ © monkeybusinessimages, fotolia.com/ © zinkevych

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