Gehalt berechnen in Brutto und Netto: Wie viel bleibt am Ende übrig?

Das Wichtigste zum Gehalt zusammengefasst:


  • Das Gehalt ist eine Gegenleistung, welche Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber für verrichtete Arbeiten erhalten.
  • Auch wenn die Begriffe synonym verwendet werden, gibt es einen großen Unterschied zwischen Lohn und Gehalt. Letzteres ist ein fester Betrag, welcher monatlich ausbezahlt wird. Beim Lohn kann das Arbeitsentgelt je nach Arbeitsleistung variieren und wird in aller Regel wöchentlich ausbezahlt.
  • Gehälter können entweder als Tarifgehalt im Tarifvertrag definiert oder aber frei mit dem Arbeitgeber verhandelt werden.

Gehen Arbeitnehmer ein Arbeitsverhältnis ein, ist das Gehalt häufig ein wesentlicher Faktor, der für oder eben gegen einen Job spricht. In welche Gehaltsgruppe der Betroffene eingeordnet wird, ist entweder im Tarifvertrag geregelt oder kann ausgehandelt werden. Alle wesentlichen Bestimmungen rund um Gehälter gemäß Arbeitsrecht stellen wir Ihnen im nachfolgenden Ratgeber vor.  

Lohn und Gehalt: Unterschied und Definition

Gehäter sind frei verhandelbar, sofern diese nicht im Tarifvertrag festgehalten sind.
Gehäter sind frei verhandelbar, sofern diese nicht im Tarifvertrag festgehalten sind.

Zu einem Arbeitsverhältnis gehört auch eine angemessene Vergütung des Arbeitnehmers. Unter dem Oberbegriff „Arbeitsentgelt“ werden sämtliche Formen der Bezahlung für geleistete Arbeit zusammengefasst. Dabei werden Begriffe wie Gehalt und Lohn häufig synonym verwendet, allerdings gibt es hierbei Unterschiede, die wir nachfolgend erläutern:

  • Gehalt: Gehälter werden monatlich an den Arbeitnehmer ausgezahlt. Diese sind fest und richten sich nicht nach der geleisteten Arbeit. Hat ein Angestellter in einem Monat besonders gute Arbeit geleistet, wird diese in aller Regel nicht zusätzlich vergütet. Im Gegenzug gibt es auch keinen Gehaltsabzug, wenn es einen Monat lang mal nicht so gut lief mit der Arbeitsleistung. 
  • Lohn: Löhne sind im Gegensatz zum Gehalt nicht auf einen bestimmten Betrag festgelegt. Der Lohn richtet sich viel mehr danach, wie viele Stunden der Arbeitnehmer tatsächlich gearbeitet hat. Daher können Löhne monatlich stark variieren und der Betroffene kann nicht jeden Monat mit demselben Arbeitsentgelt planen. 

Im Gegensatz zu festangestellten Arbeitnehmern, die in aller Regel ein Gehalt bekommen, erhalten Selbstständige bzw. Freiberufler meist ein Honorar für die Arbeitsleistung.

Was ist das Bruttogehalt?

Wird ein Gehalt im Arbeitsvertrag festgehalten, handelt es sich dabei in aller Regel um einen Bruttobetrag. Das entspricht nicht der Höhe der Zahlung, welche der Arbeitnehmer monatlich überwiesen bekommt. Davon sind nämlich folgende Posten noch in Abzug zu bringen:

  • Lohnsteuer 
  • Solidaritätszuschlag
  • Rentenversicherung 
  • Krankenversicherung 
  • Arbeitslosenversicherung
  • Kirchensteuer (nur für Mitglieder) 

Wollen Sie Ihr Gehalt in Netto ausrechnen, also die Summe, welche Sie tatsächlich ausgezahlt bekommen, müssen die oben genannten Posten in Abzug vom Bruttoentgelt gebracht werden. Um die Lohnsteuer zu bestimmen, ist es zudem wichtig, in welcher Steuerklasse Sie eingeordnet sind.

Wo ist die Höhe vom Gehalt definiert?

Das Bruttogehalt wird im Arbeitsvertrag festgehalten.
Das Bruttogehalt wird im Arbeitsvertrag festgehalten.

Egal ob es sich um das Gehalt bei Ausbildung, Teilzeit oder einer Vollzeitstelle handelt, dieses ist in aller Regel im Arbeitsvertrag festgehalten. Die Gehaltshöhe ist üblicherweise verhandelbar, wenn es sich nicht um einen Gehaltstarifvertrag handelt.

Bewerben Sie sich um einen Arbeitsplatz und bekommen die Stelle im Anschluss angeboten, ist das Gehalt häufig Verhandlungssache. Arbeitgeber und Arbeitnehmer versuchen dabei möglichst auf einen Nenner zu kommen, was die Gehaltsstufen angeht.

Stellt eine Seite dabei utopische Forderungen, kann es auch schon einmal vorkommen, dass eine Einstellung am Gehalt scheitert. Daher empfiehlt es sich, vorab zu klären, welches Gehaltsniveau in der Branche üblich ist.

Die eigenen Qualifikationen und Berufserfahrungen sind zudem ein wichtiger Faktor, wenn Sie mit einem potenziellen Arbeitgeber über das Gehalt verhandeln. Anders verhält es sich, wenn Sie in einer Branche arbeiten, in welcher ein Tarifvertrag Anwendung findet.

Diese Verträge werden nicht von jedem Arbeitnehmer einzeln, sondern von einer Gewerkschaft ausgehandelt. Je nach Qualifikation steigt der Arbeitende dann in eine bestimmte Tarifklasse ein. Diese kann sich im Laufe der Jahre ändern.

Weltweit wird jährlich der sogenannte „Equal Pay Day“ durchgeführt. Dieser soll auf den „Gender Pay Gap“ aufmerksam machen. Damit gemeint ist die Lohnlücke zwischen Mann und Frau bei gleicher Arbeit. Denn auch im heutigen Zeitalter gibt es noch wesentliche Unterschiede bei der Bezahlung von Männern und Frauen. So gab das Statistische Bundesamt zu Protokoll, dass der durchschnittliche Bruttostundenverdienst im Jahr 2018 bei 16,59 Euro für Frauen und 21 Euro für Männer lag.

Der Gehaltszettel bzw. die Gehaltsabrechnung verschafft einen Überblick

Jeder Arbeitnehmer erhält für den Lohn eine Gehaltsabrechnung. Dies ist in § 108 Absatz 1 Gewerbeordnung (GewO) geregelt:

Dem Arbeitnehmer ist bei Zahlung des Arbeitsentgelts eine Abrechnung in Textform zu erteilen. Die Abrechnung muss mindestens Angaben über Abrechnungszeitraum und Zusammensetzung des Arbeitsentgelts enthalten. Hinsichtlich der Zusammensetzung sind insbesondere Angaben über Art und Höhe der Zuschläge, Zulagen, sonstige Vergütungen, Art und Höhe der Abzüge, Abschlagszahlungen sowie Vorschüsse erforderlich.

Der Arbeitgeber ist also gesetzlich dazu verpflichtet, dem Arbeitnehmer eine Gehaltsabrechnung auszustellen. Auf dieser sind auch die Abzüge aufgelistet, sodass der Betroffene nachvollziehen kann, wie es zur Zusammensetzung vom Nettogehalt kam.

Wie lange muss man Gehaltsabrechnungen aufheben?


Es gibt keine Vorschrift, wie lange Sie die Gehaltsabrechnung aufbewahren müssen. Allerdings empfiehlt es sich, diese aufzuheben, da beispielsweise das Finanzamt Einsicht in die Abrechnungen fordern kann.

Gehälter in Deutschland: In welchem Beruf lässt sich viel verdienen?

Berufe mit guten Gehalt erfordern außerordentliche Qualifikationen.
Berufe mit guten Gehalt erfordern außerordentliche Qualifikationen.

Berufe mit hohem Gehalt sind in aller Regel auch mit einer großen Verantwortung verbunden. So versteht es sich von selbst, dass ein Abteilungsleiter oder Geschäftsführer meist eine höhere Vergütung erhält als seine Mitarbeiter.

Die Gehaltsklasse ist also eng mit dem Aufgabenbereich und der übertragenen Verantwortung verbunden. So kommt es auch dazu, dass einige Berufe, beispielsweise im medizinischen Sektor oder der Luftfahrt, besser bezahlt werden als viele handwerkliche Tätigkeiten.

Das hängt auch damit zusammen, dass für viele dieser Berufe ein Studium erforderlich ist. So stehen in vielen Gehaltsrankings Tätigkeiten als Oberarzt, Manager oder Fondsmanager deutlich über solchen wie Kellnern, Rezeptionisten oder Küchenhilfen.

Übrigens: Auch im Rahmen eines Praktikums kann ein Anspruch auf den Mindestlohn bestehen. Dies ist in § 22 Absatz 1 Mindestlohngesetz (MiLoG) geregelt. Allerdings gelten hierbei einige Ausnahmen. So erhalten Praktikanten beispielsweise keinen Mindestlohn, wenn es sich um ein Orientierungspraktikum von bis zu drei Monaten handelt.

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