Höhe von Arbeitslosengeld 1 berechnen

Das Arbeitslosengeld 1 soll Personen finanziell absichern, die Ihren Arbeitsplatz verloren haben. Doch wie viel Prozent vom Einkommen beträgt das Arbeitslosengeld 1? Wie hoch ist das Arbeitslosengeld 1 in Prozent, wenn man noch Nebeneinkünfte erzielt? Wie viel bekommt man an Arbeitslosengeld 1, wenn Vermögen vorhanden ist?

Wie viel Arbeitslosengeld 1 bekommt man?

Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 wird individuell berechnet und richtet sich nach dem Einkommen des Antragstellers
Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 wird individuell berechnet und richtet sich nach dem Einkommen des Antragstellers

Wenn Sie alle Voraussetzungen für Arbeitslosengeld 1 erfüllen, stellt sich als Nächstes die Frage: „Wie hoch ist mein Arbeitslosengeld 1?“ Da die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 individuell berechnet wird, kann keine pauschale Aussage darüber gemacht werden, wie viel Arbeitslosengeld 1 in der Regel ausgezahlt wird.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass das Arbeitslosengeld 1 in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des durchschnittlichen Nettogehaltes ist, das Sie in den letzten Jahren vor Ihrer Arbeitslosigkeit erwirtschaftet haben.

Arbeitslosengeld 1: Wie viel Prozent vom Lohn werden ausgezahlt?

Grundsätzlich beträgt das ALG 1 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens, wenn Sie kinderlos sind. Bei einem oder mehreren Kindern werden 67 Prozent veranschlagt, wenn Sie nicht dauerhaft von Ihrem Partner leben.

Demnach gibt es weder einen Höchstsatz beim Arbeitslosengeld 1 noch einen Mindestsatz. Es gibt keinen festen Regelsatz wie bei Leistungen zur Grundsicherung. Das Arbeitslosengeld 1 ist nämlich keine Schenkung des Staates, da der Betroffene zuvor in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat.

Wenn Ihr Kind oder Ihre Kinder das 18. Lebensjahr erreicht haben, gelten besondere Bedingungen, damit Sie statt 60 Prozent 67 Prozent ausgezahlt bekommen. Diese Bedingungen sind:

  • Das Kind darf noch nicht 21 Jahre alt sein, nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen und nicht bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldet sein oder
  • noch nicht 25 Jahre alt sein, nicht für einen Beruf ausgebildet werden oder wegen einer Behinderung nicht in der Lage sein, für sich selbst zu sorgen.

Wie wird die Höhe des Arbeitslosengeldes 1 berechnet?

Während es bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende einen festen Regelsatz gibt, gibt es, wie bereits erwähnt, bei Arbeitslosengeld 1 keinen Höchstsatz und auch keinen ALG-1-Mindestsatz. Hier wird das Einkommen des Betroffenen als Berechnungsgrundlage genommen, um die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 zu ermitteln.


Die Höhe vom ALG 1 wird in folgenden Schritten berechnet:

  1. Das Bemessungsentgelt errechnen.
  2. Das Leistungsentgelt errechnen.
  3. Den täglichen Leitungssatz errechnen.
  4. Die monatliche Arbeitslosengeld-1-Höhe errechnen.
Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 kann in vier Schritten berechnet werden.
Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 kann in vier Schritten berechnet werden.

Um das Bemessungsentgelt errechnen zu können, muss die Agentur für Arbeit zunächst den sogenannten Bemessungszeitraum ermitteln. Dabei handelt es sich um die Arbeitstage, an denen der Antragsteller im Jahr vor seiner Arbeitslosigkeit versicherungspflichtig gearbeitet hat. Hat der Betroffene weniger als 150 Tage gearbeitet, verlängert sich der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre. Sollte er in den letzten zwei Jahren vor seiner Arbeitslosigkeit durchschnittlich mindestens 10 Prozent mehr verdient haben, könnte er eine Ausdehnung seines Bemessungszeitraumes auf 2 Jahre beanspruchen. Somit ändert sich die Höhe von seinem Arbeitslosengeld 1.

Im nächsten Schritt werden die Bruttogehälter der letzten zwölf bzw. 24 Monate errechnet und das durchschnittliche Bruttogehalt ermittelt, wobei Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld ebenfalls berücksichtigt werden. Das tägliche Bemessungsentgelt ist das, was Sie erhalten, wenn Sie das durchschnittliche Bruttogehalt durch 365 Tage dividieren.

Das Leistungsentgelt erhalten Sie, wenn Sie vom Bemessungsentgelt eine Pauschale von 21 % abziehen. Außerdem müssen etwaige Soli und der Betrag der jeweiligen Lohnsteuerklasse auch berücksichtigt werden.

Je nachdem, ob Sie Kinder haben oder nicht, muss das Leistungsentgelt mit 60 Prozent oder mit 67 Prozent multipliziert, um den täglichen Leistungssatz zu bekommen.

Die Höhe vom monatlichen Arbeitslosengeld 1 erhalten Sie, wenn Sie den täglichen Leistungssatz mit 30 Tagen multiplizieren.

Beachten Sie, dass es sich bei dieser Rechnung lediglich um eine Orientierungshilfe handelt. Das Ergebnis muss nicht der tatsächlichen Höhe von Ihrem Arbeitslosengeld 1 entsprechen.

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld 1 nach der Elternzeit?

Wenn die Elternzeit vollständig ausgeschöpft ist, wird die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 anhand eines fiktiven Arbeitsentgelts berechnet.
Wenn die Elternzeit vollständig ausgeschöpft ist, wird die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 anhand eines fiktiven Arbeitsentgelts berechnet.

Viele Umstände führen dazu, dass nach der Elternzeit nicht sofort gearbeitet werden kann, weshalb viele Betroffene auf Arbeitslosengeld 1 angewiesen sind. Wie hoch ist das ALG 1 in solch einem Fall? Gibt es dann einen Mindestsatz für ALG 1?

Auch während der Elternzeit von drei Jahren ist der Betroffene versicherungspflichtig, weshalb er im Anschluss einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hat. Wird das Arbeitsverhältnis jedoch von ihm aus aufgelöst, können auch Sperrzeiten angeordnet werden.

Laut Gesetz werden Erziehungszeiten nicht als Bemessungszeitraum gewertet, jedoch beträgt der Bemessungsrahmen nur zwei Jahre. Wenn die Elternzeit von drei Jahren ausgeschöpft wird, gibt es keine Grundlage für die Berechnung der Höhe vom Arbeitslosengeld 1. In diesem Fall kommt das sogenannte fiktive Arbeitsentgelt zum Tragen, das der Betroffene aufgrund seiner Ausbildung und seiner beruflichen Erfahrungen theoretisch erwirtschaften könnte.

Um die ALG-1-Höhe nach der Elternzeit zu ermitteln, errechnet die Agentur für Arbeit zunächst ein fiktives Arbeitsentgelt. Mit dem fiktiven Arbeitsentgelt als Grundlage für die Rechnung wird dann die Höhe vom monatlichen Arbeitslosengeld 1 ermittelt. Die Höhe beträgt 67 Prozent vom fiktiven Leistungsentgelt, multipliziert mit 30 Tage.

Wie viel Prozent Arbeitslosengeld 1 bekommt man nach der Ausbildung?

Welche Höhe hat das Arbeitslosengeld 1 nach der Ausbildung?
Welche Höhe hat das Arbeitslosengeld 1 nach der Ausbildung?

Wenn die Anwartschaftszeit erfüllt ist, haben auch Auszubildende Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Voraussetzung hierfür ist, dass sie nicht übernommen werden und auch keine andere Arbeitsstelle bekommen.

Bei der Berechnung der Höhe von Arbeitslosengeld 1 wird das erzielte beitragspflichtige Arbeitsentgelt als Grundlage genommen. Wenn der Betroffene während der Ausbildung für einen bestimmten Zeitraum nicht vergütet wurde, wird die Agentur für Arbeit ein vergleichbares tarifliches Entgelt heranziehen.

Wird die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 von Vermögen, Nebenverdiensten und Zusatzleistungen beeinträchtigt?

Haben Sie einen Arbeitslosengeld-1-Anspruch und die Höhe ist errechnet, so stellt sich die Frage: „Wie viel Arbeitslosengeld 1 bekomme ich, wenn ich nebenbei arbeiten gehen möchte oder Zusatzleistungen erhalte?“ Des Weiteren ist es interessant zu wissen, ob die ALG-I-Höhe davon abhängt, wie viel Vermögen der Betroffene hat.

Wie viel Prozent AGL 1 bekomme ich, wenn ich Vermögen habe?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Arbeitslosengeld 1 nicht um eine Schenkung, sondern um eine Risikoversicherung. Das Geld, was der Betroffene in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, steht ihm bei seiner Arbeitslosigkeit zu und kann nicht gemindert werden, wenn er Vermögen hat. Aus diesem Grund gibt es für Vermögen keine Obergrenze bei ALG 1.

Während seiner Beschäftigung hat der Arbeitnehmer, zusammen mit seinem Arbeitgeber, in die Arbeitslosenkasse gezahlt und somit für die finanzielle Sicherung gesorgt, wenn er seinen Arbeitsplatz verliert. Das Arbeitslosengeld 2 wird dagegen aus Steuerleistungen finanziert, weshalb bei dessen Rechnung Vermögen berücksichtigt wird.

ALG 1: Wie hoch darf mein Einkommen aus einer Nebenbeschäftigung sein?

Wenn Sie eine Nebenbeschäftigung nachgehen, stellt sich die Frage: Wie viel ist vom Arbeitslosengeld 1 abzuziehen, wenn Sie für die Nebenbeschäftigung vergütet werden. Anders als beim Vermögen ändert sich die Höhe vom ALG I, wenn der Betroffene Nebeneinkünfte erzielt. Das gilt auch dann, wenn Sie für Ihre Familie arbeiten und Lohn erhalten.

Die Höhe vom Arbeitslosengeld I wird ebenfalls von Mieteinnahmen oder Einnahmen aus Verpachtungen beeinflusst.
Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 wird von Nebeneinkünften beeinflusst.
Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 wird von Nebeneinkünften beeinflusst.

Für Nebeneinkünfte gibt es eine Höchstgrenze, wenn ALG 1 bezogen wird. Diese Höchstgrenze beträgt bei Arbeitslosengeld 1 monatlich 165 Euro und beeinflusst die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 nicht. Bleiben demnach die Nebeneinkünfte monatlich unter 165 Euro, kann Arbeitslosengeld 1 ohne Einschränkungen bezogen werden.

Neben dem pauschalen Freibetrag von 165 Euro monatlich ist noch ein zusätzlicher Freibetrag möglich. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie in den letzten 18 Monaten, bevor Sie Arbeitslosengeld 1 beziehen, zusätzlich zum Versicherungsverhältnis mindestens ein Jahr lang eine Nebenbeschäftigung hatten. Hier zählen auch selbstständige Beschäftigungen und Tätigkeiten in einem Familienbetrieb.

Ein Nebenverdienst wird nur dann berücksichtigt, wenn er in der Zeit erzielt wird, in der Arbeitslosengeld 1 bezogen wird.

Wie viel Prozent ALG 1 bekommt man maximal, wenn man Zusatzleistungen bezieht?

Wenn Sie bestimmte Sozialleistungen beziehen, kann Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 erlöschen. Anders verhält es sich bei den sogenannten „unschädlichen Leistungen“, die keine Auswirkung auf den Bezug und die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 haben.

Beispiele für Sozialleistungen, die den Bezug von Arbeitslosengeld I und seine Höhe beeinflussen, sind Krankengeld, Muttergeld oder die Altersrente. Unschädliche Leistungen sind Kindergeld, Wohngeld und unter Umständen auch das Arbeitslosengeld 2.

Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 kostenlos berechnen

Fazit: Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 richtet sich nach dem Einkommen des Antragstellers

  • Das Arbeitslosengeld 1 entspricht einem Prozentsatz des durchschnittlichen Nettogehaltes, welches in den letzten Jahren vor der Arbeitslosigkeit erwirtschaftet wurde.
  • Die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 richtet sich danach, wie viel Einkommen der Betroffene im Bemessungszeitraum erzielt hat und ob bei ihm Kinder vorhanden sind.
  • Generell entspricht die Höhe vom Arbeitslosengeld 1 in Deutschland 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens, wenn Sie kinderlos sind. Bei einem oder mehreren Kindern sind das 67 Prozent, wenn Sie nicht dauerhaft von Ihrem Partner leben.
  • Auch nach der Elternzeit oder nach einer Ausbildung besteht Anspruch auf Arbeitslosengeld 1.
  • Das Vermögen hat keinen Einfluss auf den Bezug oder die Höhe vom Arbeitslosengeld 1.
  • Nebeneinkünfte können erzielt werden, jedoch ändert sich die Höhe vom Arbeitslosengeld 1, wenn diese 165 Euro übersteigen.
  • Zusatzleistungen beeinflussen ebenfalls den Bezug und die Höhe vom Arbeitslosengeld 1, unschädliche Leistungen dagegen nicht.

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