Mehrbedarf bei Schwangerschaft – was Sie beachten sollten

Kurz und knapp: Der Mehrbedarf in der Schwangerschaft

  • Schwangere mit Hartz 4, die mindestens 13 Wochen schwanger sind, haben Anspruch auf Mehrbedarf in der Schwangerschaft in Höhe von 17 Prozent des Regelbedarfs.
  • Der Mehrbedarf muss beim Jobcenter beantragt werden.
  • Zusätzlich können Hilfen für den Kauf von Umstandskleidung und die Erstausstattung für das Baby beantragt werden.

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit für werdende Eltern. Gleichzeitig kann sie auch eine hohe finanzielle wie emotionale Belastung bedeuten, besonders für Hartz-IV-Empfänger. Zwischen Arztbesuchen, den Bauarbeiten im Kinderzimmer und anderen Dingen, die geplant und bezahlt werden wollen, kann der Geldbeutel gefährlich leicht werden. Abhilfe schafft der Mehrbedarf in der Schwangerschaft.

Gibt es einen Mehrbedarf für Schwangere?

Der Mehrbedarf in der Schwangerschaft hilft, die Mehrkosten für werdende Eltern abzufedern.

Der Mehrbedarf in der Schwangerschaft hilft, die Mehrkosten für werdende Eltern abzufedern.

Der § 21 des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) regelt die Mehrbedarfe, auf die Hartz-IV-Empfänger Anspruch haben können. Darin finden sich der finanzielle Mehrbedarf in der Schwangerschaft, aber auch weitere Leistungen, die für werdende Mütter interessant sein könnten.

Doch wer hat Anspruch auf den Schwangerschaftsmehrbedarf? Ein Antrag muss ebenfalls gestellt werden – wie geht das? Können Sie einen Mehrbedarf bei Schwangerschaft auch rückwirkend beantragen? Ab wann gilt der Mehrbedarf für Schwangere? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen und gibt hilfreiche Tipps.

Wer hat Anspruch auf den Schwangerenmehrbedarf?

Nach § 21, Abs. 2, SGB II richtet sich der Anspruch an Frauen ab der 13. Woche ihrer Schwangerschaft. Der Mehrbedarf beläuft sich dann auf 17% des Regelsatzes. Der Anspruch auf die Leistungen endet mit dem Geburtstermin und dem Beginn des Anspruchs auf Kindergeld.

Wie viel Mehrbedarf in der Schwangerschaft bei Hartz 4 gibt es?

  • Alleinstehende Schwangere erhalten bei einem Regelsatz von 416 Euro also 70,72 Euro zusätzlich.
  • Schwangere in einer Bedarfsgemeinschaft erhalten bei einem Regelsatz von 374 Euro 63,58 Euro zusätzlich.

Zum Mehrbedarf in der Schwangerschaft zählt auch Kleidung - für Sie und das Baby.

Zum Mehrbedarf in der Schwangerschaft zählt auch Kleidung – für Sie und das Baby.

Neben Geldleistungen haben Schwangere Anrecht auf Schwangerschaftsbekleidung, die den wechselhaften Umständen in der Schwangerschaft Rechnung tragen. Ähnlich wie bei anderen Mehrbedarfen, orientiert sich der Umfang dieser Ausstattung für Schwangerschaftsmehrbedarf bei Hartz 4 an den Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge.

Zwölf bis acht Wochen vor der Geburt haben Schwangere zusätzlich Anrecht auf eine Erstausstattung für das Baby nach § 23, Abs. 3, Nr. 2, SGB II.

Wie stellen Sie einen Antrag auf Mehrbedarf bei Schwangerschaft

Wer diese Leistungen beanspruchen möchte, muss bei Hartz 4 für den Mehrbedarf in der Schwangerschaft einen Antrag beim zuständigen Jobcenter stellen. Wichtig ist hier, wie bei allen anderen Anträgen an das Jobcenter auch, dass Sie Ihren Antrag auf Mehrbedarf für Schwangere rechtzeitig stellen. Denn das Jobcenter hat sechs Monate Zeit, um Ihren Antrag zu bearbeiten.

Beispiel: Wenn Sie Anfang Januar Ihren Antrag auf Schwangerschaftsmehrbedarf stellen, hat das Amt bis Ende Juni Zeit, diesen zu bearbeiten. Erst danach haben Sie das Recht, eine Untätigkeitsklage zu stellen.

Das Geld geht Ihnen allerdings nicht verloren: Die Zusatzleistungen werden Ihnen rückwirkend für den Zeitraum überwiesen, in dem Sie beim Jobcenter einen Mehrbedarf in der Schwangerschaft beantragt hatten.

Muster-Antrag auf Mehrbedarf in der Schwangerschaft als PDF

Wir haben einen Antrag auf einmalige Beihilfen & Mehrbedarf für Schwangere als PDF erstellt, den Sie sich herunterladen können. Er soll als Orientierung dienen, wie Ihr Antrag aussehen könnte.

Bildnachweise: fotolia.com/ js-photo, fotolia.com/ Kzenon

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4 Kommentare

  • Anna

    Der Mutterpass darf vom Jobcenter weder in Kopie noch zu Einsicht verlangt werden.

    • Yvonne

      Das ist richtig. Aber alternativ kann dann ein Bestätigungsschreiben vom behandelnden Frauenarzt gefordert werden, in welchem die Schwangerschaft bestätigt wird. Irgend einen Nachweis braucht das Jobcenter nunmal über die Schwangerschaft der Hilfeempfängerin.

  • Birgül

    Hallo,
    Ich habe erst jetzt erfahren das mir so etwas zusteht bin gerade in der 18 ssw.. bekomme ich rückwirkend das Geld!?

    • Jenny

      Hatte gestern eine Beratung, bin schon in der 26 ssw. Die Dame dort meinte dass der Mehrbedarf rückwirkend bezahlt wird.

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