Sozialgeld: Was ist der Unterschied zu Arbeitslosengeld 2?

Kurze Zusammenfassung zum Sozialgeld

  1. Sozialgeld steht nur nicht Erwerbsfähigen zu, die mit mindestens einer erwerbsfähigen Person in einer Bedarfsgemeinschaft leben.
  2. Arbeitslosengeld 2 und Sozialgeld unterscheiden sich nicht in der Höhe, welche sich am jeweiligen Regelbedarf orientiert.
  3. Beim Bezug von Sozialgeld besteht keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Das Sozialgeld und das Arbeitslosengeld 2 sind innerhalb des Sozialrechts individuell geregelt, besitzen dabei aber sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede. So haben alle erwerbsfähigen Personen Anspruch auf ALG 2, während die nicht erwerbsfähigen Personen ausschließlich Anspruch auf Sozialgeld besitzen. Ob auch Kinder und Rentner zu den Anspruchsberechtigten zählen und wann Sanktionen drohen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Wer erhält Sozialgeld?

Wer erhält Sozialgeld?

Wer erhält Sozialgeld?

Sozialgeld steht nur denjenigen zu, die nicht erwerbsfähig sind und mit mindestens einer erwerbsfähigen Person in einer Bedarfsgemeinschaft zusammenleben. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht oder beispielsweise wegen einer Ausbildung keine Tätigkeit ausübt.

Arbeitslosengeld 2 hingegen können alle erwerbsfähigen Personen beantragen, die entweder arbeitslos sind oder deren Einkommen unterhalb des Existenzminimums liegt, sodass dieses mit Hartz 4 aufgestockt werden muss.

Als nicht erwerbsfähig gilt eine Person dann, wenn sie wegen einer Krankheit oder Behinderung mehr als sechs Monate lang nicht länger als drei Stunden am Tag auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann.

Sozialgeld: Sind Kinder und Rentner anspruchsberechtigt?

Kinder unter 15 Jahren gelten grundsätzlich als nicht erwerbsfähig. Wenn sie noch bei ihren Eltern und somit in einer Bedarfsgemeinschaft leben, sind sie demzufolge anspruchsberechtigt und es kann Sozialgeld für das Kind beantragt werden.

Auch Bezieher von Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung sind anspruchsberechtigt, sofern die Erwerbsminderung nur zeitweise ist. Personen, die dauerhaft eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten oder das reguläre Renteneintrittsalter vollendet haben, sind von einem Anspruch auf Sozialgeld ausgeschlossen. Stattdessen können diese bei Vorlage des Nachweises zur Hilfebedürftigkeit die Grundsicherung im Alter beantragen.

Wie hoch ist das Sozialgeld?

In der Höhe unterscheiden sich Arbeitslosengeld 2 und Sozialgeld nicht. Die Berechnung erfolgt somit gleichermaßen aus den Regelsätzen, dem Mehrbedarf, den Leistungen für Unterkunft und Heizung und der Darlehensgewährung für einmalige Bedarfe.

In der folgenden Tabelle finden Sie den aktuellen Regelbedarf für Sozialgeld:

RegelbedarfsstufeRegelsätze fürHöhe
1Volljährige Alleinstehende oder Alleinerziehende409€
2Volljährige Ehe- oder Lebenspartner in einer Bedarfsgemeinschaft jeweils368€
3Sonstige Volljährige in einer Bedarfsgemeinschaft 327€
4Jugendliche vom 14. bis zum 18. Geburtstag jeweils311€
5Kinder vom 6. bis zum 14. Geburtstag jeweils291€
6Kinder bis zum 6. Geburtstag jeweils237€

Wann drohen Kürzungen des Sozialgeldes?

Berechnung vom Sozialgeld: Pflichtwidriges Verhalten führt zu massiven Kürzungen.

Berechnung vom Sozialgeld: Pflichtwidriges Verhalten führt zu massiven Kürzungen.

Bei der Weigerung des Sozialhilfeempfängers, eine zumutbare Tätigkeit oder die Teilnahme an einer erforderlichen Vorbereitung aufzunehmen, können die Regelsätze zunächst um bis zu 25 % gekürzt werden. Bei wiederholter Ablehnung kann weiterhin jeweils in 25-Prozent-Stufen gekürzt werden.

Bei pflichtwidrigem Verhalten können Sanktionen in Form erheblicher Leistungskürzungen in Kraft treten. Es kann unter Umständen sogar den gänzlichen Wegfall des Sozialgeldbezuges zur Folge haben.

Ein pflichtwidriges Verhalten liegt vor, wenn Sie z. B. gegen die Ihnen auferlegte persönliche Meldepflicht verstoßen oder zu einer angeordneten ärztlichen oder psychologischen Untersuchung nicht erscheinen. Als besonders schwerwiegend gilt eine mutwillige Minderung Ihres Einkommens oder Vermögens nach Vollendung des 18. Lebensjahres in der Absicht, Sozialgeld zu beziehen oder eine Erhöhung desselben zu erzielen.

Wird beim Bezug von Sozialgeld die Krankenversicherung übernommen?

Beim Bezug von Sozialgeld besteht keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Es kann jedoch ein entsprechender Beitragszuschuss zur Krankenversicherung bei Vorliegen einer Bedürftigkeit gewährt werden. Wenn allerdings nicht sichergestellt ist, dass dieser Zuschuss zweckgebunden verwendet wird, kann die Zahlung auch direkt an die Krankenkasse oder ein Versicherungsunternehmen gerichtet werden.

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