Temporäre Bedarfsgemeinschaft: Wann liegt sie vor?

Kurze Zusammenfassung zum Thema temporäre Bedarfsgemeinschaft

  1. Hartz-4-Empfänger, die regelmäßig Besuch vom eigenen Kind bekommen, können eine temporäre Bedarfsgemeinschaft beantragen.
  2. Im Rahmen einer temporären Bedarfsgemeinschaft muss das Kind sich pro Tag länger als 12 Stunden bei dem Elternteil aufhalten, bei welchem es nicht dauerhaft wohnt.
  3. Durch die temporäre Bedarfsgemeinschaft können die Kosten der Unterkunft geltend gemacht werden. Dem Bedürftigen steht in dem Fall pro Tag 1/30 des Regelsatzes zu.

Neben einer Bedarfsgemeinschaft, in welcher die Personen dauerhaft zusammen in einer Wohnung leben, können Hartz-4-Empfänger auch einen Antrag auf eine temporäre Bedarfsgemeinschaft stellen. Diese liegt vor, wenn ein Kind, dessen Eltern getrennt sind, regelmäßig für mindestens 12 Stunden am Tag bei einem Elternteil wohnt.


Was ist eine temporäre Bedarfsgemeinschaft und wann liegt sie vor?

Wann liegt eine temporäre Bedarfsgemeinschaft vor?

Wann liegt eine temporäre Bedarfsgemeinschaft vor?

Es handelt sich um eine Bedarfsgemeinschaft, wenn zwischen mehreren erwerbsfähigen Personen, die im gleichen Haushalt leben, wirtschaftlich ein wechselseitiger Wille besteht, die anderen Personen finanziell und materiell zu unterstützen. Dies ist beispielsweise bei persönlichen und verwandtschaftlichen Beziehungen meistens der Fall.

Ob eine Bedarfsgemeinschaft vorliegt, spielt besonders bei der Bedarfsberechnung von Hartz 4 eine entscheidende Rolle. Unter Einbeziehung des Einkommens und Vermögens aller Personen einer Bedarfsgemeinschaft wird dann berechnet, wie viel Hartz 4 einer bedürftigen Person zusteht.

Aber nicht immer ist eine Bedarfsgemeinschaft auch von Dauer. Eine temporäre Bedarfsgemeinschaft liegt beispielsweise vor, wenn die Eltern eines Kindes getrennt leben und sich das Kind regelmäßig bei einem Elternteil aufhält, bei welchem es nicht dauerhaft wohnt.

Lebt dieser Elternteil von Hartz 4, kann er für jeden Tag, an dem sich das Kind mehr als 12 Stunden bei ihm aufhält, auf Antrag anteilig 1/30 des Regelsatzes erhalten. So kann sichergestellt werden, dass der Elternteil genügend Leistungen bekommt, um das Kind in diesem Zeitraum zu versorgen.

Temporäre Bedarfsgemeinschaft: Ist ein Antrag vonnöten?

Wollen Sie bei Hartz-4-Bezug eine temporäre Bedarfsgemeinschaft bilden, können Sie ein formloses Schreiben verfassen. Darin sollten Sie kurz ausführen, dass Ihr Kind regelmäßig beispielsweise sechs Tage pro Monat mehr als 12 Stunden pro Tag bei Ihnen ist.

Besteht eine temporäre Bedarfsgemeinschaft, ist eine Kürzung vom Regelbedarf nicht vorgesehen. Sie bekommen die höheren Leistungen zusätzlich zu Ihrem Hartz-4-Satz. Zudem darf bei einer temporären Bedarfsgemeinschaft das Einkommen des Kindes (Kindergeld, Unterhalt etc.) nicht berücksichtigt werden.

Kann eine temporäre Bedarfsgemeinschaft auch rückwirkend beantragt werden?

Temporäre Bedarfsgemeinschaft: Ihnen steht 1/30 des Regelsatzes pro Tag zu, an dem das Kind bei Ihnen ist.

Temporäre Bedarfsgemeinschaft: Ihnen steht 1/30 des Regelsatzes pro Tag zu, an dem das Kind bei Ihnen ist.

Rückwirkend kann eine temporäre Bedarfsgemeinschaft in der Regel nicht beantragt werden.

Das Jobcenter kann in aller Regel nicht verfolgen, ob diese tatsächlich bestand oder nicht. Sollten Sie allerdings Nachweise darüber haben, können Sie diese einreichen und auf eine Bewilligung hoffen.

Im Zweifelsfall hilft bei einem Ablehnungsbescheid nur der Weg zum Gericht. Aber auch dann kann nicht sichergestellt werden, dass Sie die Leistungen rückwirkend bekommen.

Die temporäre Bedarfsgemeinschaft sollte dementsprechend frühestmöglich angemeldet werden.

Bildnachweise: depositphotos.com/KostPhoto, istockphotos.com/viki2win

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (56 Bewertungen, Durchschnitt: 4,73 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.