Hartz-4-Überzahlung durch das Jobcenter: Muss eine Rückzahlung erfolgen?

Das Wichtigste zur Überzahlung durch das Jobcenter zusammengefasst:

Wie ist eine vom Jobcenter geleistete Überzahlung überhaupt möglich?

Eine Überzahlung durch das Jobcenter kann aus unterschiedlichen Gründen zu Stande kommen. Häufig wurden die Leistungen schlicht falsch berechnet. Die Überzahlung kann aber auch die Folge eines Sozialbetrugs durch den Leistungsempfänger sein.

Das Jobcenter fordert eine Rückzahlung wegen Überzahlung: Muss ich diese leisten?

Kommt es nach einer Hartz-4-Überzahlung zur Rückforderung der Leistungen, müssen Sie dieser in aller Regel Folge leisten. Können Sie den Betrag nicht auf einen Schlag begleichen, ist es ggf. möglich, mit dem Jobcenter eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

Kann der Anspruch auf eine Rückzahlung von Hartz IV wegen Überzahlung verjähren?

Die Rückforderung der Leistungen aufgrund einer Überzahlung vom Jobcenter unterliegt einer Verjährung, wenn bereits mehr als ein Jahr seit der Auszahlung vergangen ist. In diesem Fall können Sie einen Widerspruch gegen die Rückforderung einlegen.

Eine Überzahlung durch das Jobcenter ist keine Seltenheit in Deutschland. Unterschiedliche Gründe können dazu führen, dass Hartz-4-Empfänger zu viel Geld erhalten. Doch kann das Jobcenter bei Überzahlung eine Rückforderung der Leistungen stellen? Dieser Frage geht der nachfolgende Ratgeber auf den Grund und informiert Sie umfassend.

Wie kann eine Überzahlung von Hartz-4-Leistungen entstehen?

Überzahlung vom Jobcenter: Falsche Angaben im Hartz-4-Antrag können ein Grund dafür sein.
Überzahlung vom Jobcenter: Falsche Angaben im Hartz-4-Antrag können ein Grund dafür sein.

Viele Jobcenter in Deutschland sind gut ausgelastet und müssen täglich Dutzende Anträge auf Hartz-4-Leistungen bearbeiten.

Da kann es schon einmal vorkommen, dass den Sachbearbeitern Fehler unterlaufen, welche zu einer Überzahlung durch das Jobcenter führen.

Fällt diese Fehlberechnung nicht auf, erhält der Leistungsempfänger zu viel Geld ausbezahlt. Es kann allerdings auch vorkommen, dass der Hartz-4-Empfänger vorsätzlich falsche Angaben im Hartz-4-Antrag macht und dadurch zu hohe Zahlungen erhält.

Gut zu wissen: Fliegt ein solcher Sozialbetrug auf, kommt nicht nur eine Rückzahlung der Hartz-IV-Leistungen wegen Überzahlung auf den Betroffenen zu. Ihn erwartet auch ein Strafverfahren wegen Betrugs. Gemäß § 263 Strafgesetzbuch (StGB) zieht diese Straftat eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe nach sich.

Überzahlung durch das Jobcenter: Können Sie Widerspruch gegen die Rückzahlung einlegen?

Eine Überzahlung vom Jobcenter kann per Ratenzahlung zurückgezahlt werden.
Eine Überzahlung vom Jobcenter kann per Ratenzahlung zurückgezahlt werden.

Häufig zieht eine Hartz-4-Überzahlung eine Rückforderung der zu viel gezahlten Leistungen nach sich. Dabei ist es nicht erheblich, ob ein Fehler des Jobcenters oder falsche Angaben des Antragstellers zur Überzahlung geführt haben.

Wussten Sie nichts von der Überzahlung durch das Jobcenter, kann eine Aufforderung zur Rückzahlung ein ziemlicher Schock sein. Die meisten Betroffenen haben nämlich nicht genug Rücklagen, um die Summe auf einen Schlag zu bezahlen.

Doch bis wann kann das Jobcenter das zu viel gezahlte Geld eigentlich von Ihnen zurückverlangen? In aller Regel gilt eine Verjährungsfrist von einem Jahr. Kommt die Aufforderung nach diesem Zeitraum, kann es sich lohnen, einen Widerspruch beim Jobcenter wegen der Überzahlung einzulegen.

Wichtig: Sie haben nur einen Monat Zeit, den Widerspruch schriftlich beim Jobcenter einzureichen. Geht dieser fristgerecht ein, wird ein Widerspruchsverfahren eröffnet. Fällt dieses negativ für Sie aus, haben Sie zu guter Letzt noch die Möglichkeit, eine Klage vor dem Sozialgericht einzureichen. Es empfiehlt sich, diesbezüglich einen Anwalt für Sozialrecht zu konsultieren. Dieser kann Sie kompetent beraten.

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Ein Kommentar

  • Ariane

    Hallo,

    folgendes Person 1 verdient für Januar Februar März 1600 € Brutto. Im April erfolgt ein Jobwechsel und der Verdienst ist bei 2500€ Brutto. Im Januar Februar März erfolgt eine Unterzahlung des JC.
    Im abschließenden bescheid wurde nun ein Durchschnittseinkommen berechnet für Januar Februar März ca 1900€ somit erfolgte eine überzahlung von über 100€ monatlich. Die 1900€ stimmen aber nicht mit dem eigentlichen Einkommen ein, dass ja 1600€ war. Darf das JC einfach rückwirkend ein Durchschnittseinkommen berechnen wo durch einen Jobwechsel der Verdienst sich erhöht hat?

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