Dürfen Hartz-4-Empfänger Urlaub machen?

Kurze Zusammenfassung zu Hartz 4 und Urlaub

  1. Eine Ortsabwesenheit muss grundsätzlich beim Jobcenter im Vorfeld beantragt werden. Dies sollte zwischen 14 und 7 Tagen vorher geschehen.
  2. Beziehen Sie Hartz 4, kann der Urlaub bis zu 21 Tage im Jahr betragen. Dazu zählen auch Wochenenden und Feiertage.
  3. Fahren Sie ohne Genehmigung in den Urlaub oder bleiben länger weg als genehmigt wurde, müssen Sie mit einer Kürzung Ihrer Leistungen rechnen.

Können Hartz-4-Empfänger Urlaub beim Jobcenter beantragen? Wann ist eine Ortsabwesenheit bei Arbeitslosengeld-2-Bezug möglich? Welche Fristen müssen eingehalten werden? Was droht einem Leistungsberechtigten, wenn er ohne Genehmigung des Jobcenters in den Urlaub fährt? Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber.

Müssen Hartz-4-Empfänger einen Urlaubsantrag beim Jobcenter stellen?

Urlaub für Arbeitslose: Hartz-4-Empfänger können 21 Tage beantragen.

Urlaub für Arbeitslose: Hartz-4-Empfänger können 21 Tage beantragen.

Sommer, Sonne, Strand und Meer – Arbeitnehmer fiebern meistens schon in den kalten Wintermonaten auf den Sommerurlaub hin. Für viele ist der Urlaub das Highlight des Jahres. Aber dürfen auch Hartz-4-Empfänger in den Urlaub fahren? Generell haben auch Leistungsberechtigte bei Hartz-4-Bezug einen Urlaubsanspruch.

Hartz-4-Empfänger können Urlaub beim Jobcenter beantragen. Leistungsberechtigten stehen 21 Tage ALG-2-Urlaub zu. Wichtig dabei ist, dass auch die Wochenenden und Feiertage zu diesen 21 Tagen gerechnet werden. Grundsätzlich muss das Jobcenter einem Hartz-4-Antrag auf Ortsabwesenheit zustimmen, wenn eine Eingliederung in Arbeit nicht beeinträchtigt wird und ein wichtiger Grund vorliegt.

Als wichtige Gründe für einen Hartz-4-Urlaub zählen beispielsweise eine Teilnahme an einer ärztlich verordneten Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation sowie an einer Veranstaltung, die staatspolitischen, kirchlichen oder gewerkschaftlichen Zwecken dient und die Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit.

Einen Antrag auf Urlaub bei Hartz-4-Bezug sollte beim Jobcenter höchstens 14 und mindestens 7 Tage vorher eingereicht werden. Sofern dem Urlaub für Hartz-4-Empfänger zugestimmt wird, besteht für den Urlaubszeitraum weiterhin ein Leistungsanspruch.

Was passiert, wenn Hartz-4-Empfänger einen Urlaub ohne Genehmigung machen?

Beziehen Sie Hartz 4 und beantragen keinen Urlaub beim Jobcenter, entfällt Ihr Leistungsanspruch für den Zeitraum der Ortsabwesenheit. Gleiches gilt auch, wenn Sie einen Ablehnungsbescheid erhalten haben und trotzdem in den Urlaub fahren.

Beziehen Sie Hartz 4 und der Urlaub ist länger als vom Jobcenter genehmigt wurde, können Ihre Leistungen ebenfalls gestrichen werden. Eine Kürzung oder Streichung Ihrer Leistungen ist nicht möglich bei

Beziehen Sie Hartz 4 wird kein Urlaubszuschuss vom Jobcenter gewährt.

Beziehen Sie Hartz 4 wird kein Urlaubszuschuss vom Jobcenter gewährt.

  • Kindern unter 15 Jahren,
  • Aufstockern in Teil- oder Vollzeit,
  • vorübergehend Erwerbsunfähigen,
  • Alleinerziehenden, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen,
  • Frauen im Mutterschutz,
  • schul- und berufsschulpflichtigen Kindern,
  • Auszubildenden und
  • Beziehern von Sozialgeld nach § 19 Sozialgesetzbuch (SGB) II.

Grundsätzlich müssen auch Aufstocker oder Personen, die an einer Maßnahme teilnehmen, bei Hartz-IV-Bezug den Urlaub mitteilen. Dieser beträgt allerdings nicht generell 21 Tage. Sollte der Arbeitgeber oder der Träger einer Maßnahme einen längeren Urlaub festgelegt haben, muss das Jobcenter diesen auch gewähren.

Damit Ihnen die Ortsabwesenheit genehmigt wird, müssen Sie bei Hartz-4-Bezug einen Urlaubsantrag stellen. Ein Vordruck ist dazu nicht nötig. Sie können entweder einen Dreizeiler an den zuständigen Sachbearbeiter schicken oder Sie teilen diesem persönlich oder telefonisch mit, wann Sie trotz Hartz 4 Urlaub nehmen möchten.

Bildnachweise: depositphotos.com/starush, fotolia.com/Emilian

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