Gleichstellungsantrag für Menschen mit Behinderung

Kurze Zusammenfassung zum Gleichstellungsantrag

  1. Schwerbehinderte haben auf dem Arbeitsmarkt gewisse Vorteile, von denen Menschen mit einer weniger schweren Behinderung nicht profitieren. Hierzu gehört etwa ein spezieller Kündigungsschutz.
  2. Durch einen Gleichstellungsantrag beim Arbeitsamt können Menschen mit Behinderung einen ähnlichen Status erhalten wie Schwerbehinderte.
  3. Für den Antrag auf Gleichstellung muss ein Formular ausgefüllt werden. Dieses ist bei der zuständigen Agentur für Arbeit einzureichen.

Menschen mit Behinderung stehen auf dem Arbeitsmarkt oft vor besonders großen Hürden. Durch Fehlzeiten oder eine geringere Belastbarkeit kann der Arbeitsplatz in Gefahr sein, oder sie bekommen erst gar keine geeignete Stelle. Ein Gleichstellungsantrag kann in solchen Situationen Abhilfe schaffen.

Mit einem Gleichstellungsantrag trotz fehlender Schwerbehinderung Vorteile sichern

Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) ab 50 gelten als schwerbehindert. Da sie auf dem Arbeitsmarkt häufig mit größeren Problemen konfrontiert werden als gesunde Personen, profitieren sie von gewissen Vorteilen.

Durch den Gleichstellungsantrag erhalten Menschen mit Behinderung den gleichen Status wie Schwerbehinderte.

Durch den Gleichstellungsantrag erhalten Menschen mit Behinderung den gleichen Status wie Schwerbehinderte.

Menschen mit einem GdB von weniger als 50 haben jedoch im Normalfall keine solchen Sonderrechte. In bestimmten Situationen haben jedoch Menschen mit einem GdB von 30 bis 50 die Möglichkeit, einen Gleichstellungsantrag zu stellen. Wird dieser bewilligt, werden Sie mit schwerbehinderten Personen gleichgestellt.

Wenn Betroffene die Gleichstellung beantragen und dies genehmigt wird, profitieren sie von folgenden Vorteilen:

  • besonderer Kündigungsschutz im Arbeitsrecht
  • Betreuung durch spezialisierte Fachdienste
  • Hilfen für die Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • Anreize für Arbeitgeber (z. B. Lohnkostenzuschüsse)
Trotz erfolgreichem Gleichstellungsantrag erhält die betreffende Person keinen Schwerbehindertenausweis. Aus diesem Grund besteht kein Anspruch auf die vorzeitige Rente ab 60 Jahren, Zusatzurlaub sowie die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr.

Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, wenn Sie die Gleichstellung beantragen

Damit Sie einen Gleichstellungsantrag stellen können, müssen Sie einen GdB von 30 bis 50 besitzen. Außerdem gehört zu den Voraussetzungen, dass Ihr Arbeitsplatz durch Gründe, die mit Ihrer Behinderung zusammenhängen, gefährdet ist. Hierzu zählen etwa häufige Fehlzeiten, eine geringere Belastbarkeit oder eine eingeschränkte regionale bzw. berufliche Mobilität.

Ein Gleichstellungsantrag lohnt sich auch dann, wenn eine Person mit Behinderung arbeitslos ist und sie eine neue Stelle in Aussicht hat, sie diese jedoch nur durch die Gleichstellung antreten kann.

Antrag auf Gleichstellung richtig ausfüllen – Das ist zu beachten

Beim Gleichstellungsantrag ist die Begründung wichtig: Beispiele sind etwa nennenswerte Fehlzeiten oder eine drohende Kündigung.

Beim Gleichstellungsantrag ist die Begründung wichtig: Beispiele sind etwa nennenswerte Fehlzeiten oder eine drohende Kündigung.

Sie können die Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen mündlich, schriftlich oder telefonisch bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragen. Im Anschluss erhalten Sie dann für den Gleichstellungsantrag ein bestimmtes Formular.

Dieses müssen Sie korrekt ausfüllen. Bei Fragen oder Problemen helfen Ihnen die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit weiter. Neben allgemeinen Angaben zu Ihrer Person und dem festgestellten GdB müssen Sie nähere Fragen zu Ihrem Arbeitsverhältnis beantworten. Wie wir bereits erwähnt haben, ist ein Gleichstellungsantrag nur dann möglich, wenn der Arbeitsplatz konkret in Gefahr ist oder nur durch die Gleichstellung eine neue Arbeit aufgenommen werden kann.

Aus diesem Grund stellt beim Antrag auf Gleichstellung mit der Schwerbehinderung die Begründung eine bedeutende Rolle dar. Geben Sie detailliert an, warum Ihr Arbeitsplatz in Gefahr ist oder wie genau die Gleichstellung Ihre Vermittlungschancen erhöhen würde.

Bildnachweise: fotolia.com/RioPatuca Images, fotolia.com/fovito

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3 Kommentare

  • Sevinç

    Hallo
    Obwohl ich Gleichstellungsantrag bei meiner Arbeitgeber abgegeben hatte habe ich seit eine Woche unheimlich Druck mit Aufhebungsvetrag
    Wir sind ratlos verfassungsloss
    Mfg
    Sevinç

  • Jörn

    Der Gleichstellungsantrag ist ja auch bei der Agentur für Arbeit zu stellen. Nie dem AG vorlegen.
    Wende dich am besten an die Schwerbehindertenvertretung deines AG.

    Grüße

  • Gerd Michael Kleinert

    Hallo,
    Kardinalsfehler gemacht!?
    Immer erst schlau machen, wo der Antrag hin muß.
    Tragisch ist, wenn jetzt die Kündigung kommt, könnte die 3-Wochen Frist, die der Antrag vorher gestellt werden muß nie eingehalten werden.
    Gute Möglichkeit, den kranken Arbeitnehmer los zu werden. Folge:
    Kein besonderer Kündigungsschutz!
    Vorher mit der Sozialberatung sprechen!
    Beispielsweise: Gewekschaften, VdK-Sozialverband und Fachanwälte für Arbeitsrecht.
    Wenn vorhanden auch der angespochene Behindertenvertreter i.d.R. Betriebsräte…
    TIPP: Nie eine Aufhebungs-Vereinbarung unterschreiben!
    Folge: Verzicht auf Ansprüche und 12 Wochen Sperre von Leistungen bei Agentur für Arbeit….
    L.G. Gerd , Sicherheitsmitarbeiter

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