Erfolgt für eine Gleitsichtbrille die Kostenübernahme vom Jobcenter?

Das Wichtigste zur Gleitsichtbrille und möglicher Kostenübernahme zusammengefasst:

  1. Die Gleitsichtbrille sorgt dafür, dass ein stufenloses Sehen in allen Entfernungen möglich ist. Die Gläser sind quasi in zwei Abschnitte geteilt. Dies macht eine Lesebrille überflüssig.
  2. Ein Urteil vom Sozialgericht Mainz (Aktenzeichen S 16 SO 8/14) hat bestätigt, dass für eine Gleitsichtbrille die Kostenübernahme durch das Jobcenter erfolgen muss. Es handele sich dabei um einen sogenannten Sonderbedarf.
  3. Allerdings sind auch die Krankenkassen in der Pflicht, bei einer Gleitsichtbrille eine Kostenübernahme zu gestatten. Dies gilt allerdings nur, wenn der Betroffene sechs bzw. vier Dioptrien (bei Hornhautverkrümmung) nachweisen kann.

Brillen verschaffen all jenen den richtigen Durchblick, deren Augen geschädigt sind und nicht mehr die erforderliche Leistung im Alltag bringen können. Oft wird zwischen einer „normalen“ und einer Lesebrille gewechselt. Abhilfe schaffen kann da eine Gleitsichtbrille. Muss eine Kostenübernahme für dieses Hilfsmittel vom Jobcenter erfolgen?


Wie funktioniert eine Gleitsichtbrille?

Gleitsichtbrille: Findet eine Kostenübernahme vom Jobcenter statt?

Gleitsichtbrille: Findet eine Kostenübernahme vom Jobcenter statt?

In Deutschland sind viele Menschen auf eine Sehhilfe angewiesen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Bei einigen handelt es sich um einen altersbedingten Verlust der Sehkraft, andere haben schon von Geburt an „schlechte Augen“.

Brille oder Kontaktlinse können Betroffenen helfen, die Umwelt klar und deutlich durch die Augen wahrzunehmen und somit der Einschränkung der Sehkraft entgegenzuwirken. Dabei wird nicht immer nur die Sehstärke korrigiert.

Das menschliche Auge nimmt verschiedene Sehfelder wahr, die von einer Einschränkung betroffen sein können. Dies sind Fernsicht, mittlerer Nahbereich und Nahsicht. Daher kann es passieren, dass Menschen eine Lesebrille brauchen, obwohl sie in der Ferne alles problemlos erkennen können.

Eine Gleitsichtbrille kann auf verschiedene Sehfelder angepasst werden, sie macht beispielsweise eine Lesebrille überflüssig. Da sie in der Anschaffung sehr teuer ist, fragen sich gerade Hartz-4-Empfänger, ob für eine Gleitsichtbrille die Kostenübernahme beim Jobcenter beantragt werden kann. Bevor wir uns dieser Frage widmen, gehen wir zunächst darauf ein, ob die Krankenkasse die Kosten tragen muss.

Muss für die Gleitsichtbrille eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen?

Bei Hilfebedürftigen wird die Krankenversicherung in aller Regel vom Jobcenter gezahlt. Diese ist allerdings nicht immer verpflichtet, für die Gleitsichtbrille eine Kostenübernahme zu gewährleisten. Das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung von 2017 hat allerdings die Rechte von Sehgeschwächten gestärkt.

Brillen können auf Rezept verschrieben werden, somit ist auch für eine Gleitsichtbrille die Kostenübernahme möglich. Allerdings muss der Betroffene dazu eine Sehschwäche von sechs Dioptrien oder mehr aufweisen.

Liegt allerdings eine nachgewiesene starke Hornhautverkrümmung vor, können auch vier Dioptrien ausreichen, um für eine Gleitsichtbrille die Kostenübernahme per Rezept zu erhalten.

Urteil zur Gleitsichtbrille: Kostenübernahme vom Jobcenter muss erfolgen

Gleitsichtbrille: Eine Kostenübernahme erfolgt bei sechs bzw. vier Dioptrien.

Gleitsichtbrille: Eine Kostenübernahme erfolgt bei sechs bzw. vier Dioptrien.

Ob für die Gleitsichtbrille eine Kostenübernahme durch das Jobcenter erfolgen muss, wenn die Krankenkasse für selbige nicht aufkommt, war auch schon Thema beim Sozialgericht Mainz. Dieses befasste sich allerdings mit einem Fall, in welchem der Kläger Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch zwölf (SGB XII) bezog.

In einem Beschluss aus dem Jahr 2015 (Aktenzeichen S 16 SO 8/14) machte das Gericht deutlich, dass für die Gleitsichtbrille eine Kostenübernahme durch den Leistungsträger erfolgen muss. Dieser lässt sich auch auf eine Kostenübernahme durch das Jobcenter anwenden.

Bildnachweise: fotolia.com/peerayot

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6 Kommentare

  • B. Karina

    Ich brauche eine gleitsichtbrille die mir der Augenarzt auch verschrieben hat…da ich HartzIV beziehe fragte ich beim jobcenter am Telefon nach zwecks den Kosten…Die Antwort war negativ….es hieß: Wir übernehmen diese Kosten nicht.Fragen Sie bei der Krankenkasse nach..
    und die zahlen natürlich auch nichts dazu..also hab ich das rezept vom Arzt rumliegen da ich mir die Brille nicht leisten kann….Verzweiflung pur

  • Udo J.

    Schreibe ein den Sachbearbeiter an das Du die Brille braucht’s.
    Er wird mit eine Ablehnung antworten.
    Dann geht mann in Widerspruch.
    In den Widerspruch mit Gerichts Urteile vom Sozialgericht. Arbeiten
    Was für Brillen träger notwendig ist.
    Wenn du die Brille nicht bekommt’s kann du am Leben nicht mehr Teil haben.
    Da du ja nicht mehr richtig sehen kannt’s bis du eine Gefahr für dich und die anderen.
    Und du Hast Gesundheitliche Probleme da durch Kopfschmerzen Augen tun weh usw. Das du mit den Beschwerden nicht Arbeiten kannst.
    Sollte dies nicht Klappen gibt es die Möglichkeit beim Sozialgericht zu Klagen
    Kostet nicht. Aber hole die einen Beratungsschein bei Gericht und suche einen Rechtsanwalt auf der sich mit Hartz4 auskennt.Bevor du Klagen tut’s
    Alles weitere kannst du ja mit den Anwalt besprechen.

  • TSTB

    Ich liebe Kommentare die jeder Rechtschreibung und Grammatik entbehren und zugleich offenlegen welchem Genre der Verfasser zugehörig ist.

    Zuerst aufmerksam lesen was im Beitrag steht (!?).

    Trifft das Dargelegte zu, oder wird die Brille für ein Jobangebot benötigt, wird das Jobcenter letztendlich in Leistung gehen.
    Manchmal erst nach einem Widerspruch, gelegentlich nach einer Klage.
    Gegebenenfalls genügt auch ein persönlicher Termin.
    Ist der Termin oder Widerspruch schon zu viel Arbeit, kann ich die Ablehnung nachvollziehen.
    Es gibt immer Mitarbeiter die ‘nach Gusto’ entscheiden, denn es gibt keinen Charakter-Test für JC-Mitarbeiter. Aber sachliche Argumente, bis hin zur Klage, wirken meistens.

  • Kyra

    Das eine Gleitsichtbrille erst ab sechs Dioptrien übernommen wird, verstehe ich nicht so richtig. Man ist doch eigentlich schon mit drei bis vier Dioptrien sehr eingeschränkt. Natürlich verstehe ich jedoch auch die Sicht des Steuerzahlers. Man muss die Interessen immer abwägen.

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