Was ist Krankengeld? Überblick der wichtigsten Informationen

Das Wichtigste zum Krankengeld zusammengefasst:

  • Anspruch auf Krankengeld haben in aller Regel Arbeitnehmer, welche aufgrund einer Krankheit länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind oder stationär auf Kosten der Krankenkasse behandelt werden müssen.
  • Gemäß § 47 Absatz 1 SGB V (Fünftes Buch Sozialgesetzbuch) besteht Anspruch auf Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des regelmäßigen Brutto- sowie 90 Prozent des individuellen Nettoverdienstes.
  • Wird beim Bezug von Krankengeld eine Dauer von 78 Wochen überschritten, besteht kein Anspruch auf diese Leistung mehr. In diesem Fall muss Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit beantragt werden.

Sind Arbeitnehmer aufgrund einer Krankheit krankgeschrieben, erhalten diese zunächst einmal ihr übliches Gehalt. Allerdings wird dieses in aller Regel nur für maximal sechs Wochen gezahlt. Danach gibt es das sogenannte Krankengeld. Doch wie viel Prozent des eigentlichen Lohns erhalten die krankgeschriebenen Arbeitnehmer dann? Unser Ratgeber klärt Sie auf.

Krankengeld beantragen: Nach 6 Wochen Pflicht?

Wann wird Krankengeld überwiesen?
Wann wird Krankengeld überwiesen?

Erkrankt ein Arbeitnehmer, sodass er arbeitsunfähig ist, erhält dieser gemäß § 3 Absatz 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EntgFG) zunächst einmal das übliche Gehalt vom Arbeitgeber. Läuft die Krankschreibung allerdings länger als sechs Wochen, übernimmt die Krankenversicherung bzw. Krankenkasse die Entgeltfortzahlung in Form vom sogenannten Krankengeld.

Die Beantragung von selbigem läuft über den Arbeitgeber. Der Betroffene selbst muss keinen Antrag bei der Krankenkasse einreichen. Es empfiehlt sich allerdings, gerade in kleineren Betrieben beim Arbeitgeber nachzufragen, ob dieser schon mit der jeweiligen Krankenkasse in Kontakt getreten ist. So vermeiden Sie, dass es zu einem Zahlungsverzug kommt.

Krankengeld: Ab wann & wie lange erhalten Betroffene es?

Wie bereits erwähnt, erfolgt beim Krankengeld die Auszahlung erst, wenn Sie länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. Tritt dieser Fall ein, steht oft die Frage im Raum, wie lange gesetzliches Krankengeld überhaupt bezahlt wird. Denn auch hier gibt es eine Höchstgrenze: Es wird für maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bezahlt.

Was kommt nach dem Krankengeld? 

Wer zahlt Krankengeld? Die Krankenkasse übernimmt diese Leistung.
Wer zahlt Krankengeld? Die Krankenkasse übernimmt diese Leistung.

Daran schließt auch die folgende Frage an: „Ich bekomme 78 Wochen Krankengeld: Und was passiert dann?“ Sollte der Arbeitnehmer nach dieser Frist noch immer nicht in der Lage sein, den Beruf wiederaufzunehmen, wird die Zahlung vom Krankengeld von der Krankenkasse eingestellt.

Dann ist es meist üblich, dass sich Betroffene nach dem Ablauf vom Krankengeld arbeitslos melden.

Besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld 1, kann dieses zunächst bezogen werden, andernfalls ist ein Gang zum Jobcenter inklusive Beantragung von Hartz 4 notwendig.

Wichtig: Um Arbeitslosengeld beziehen zu können, müssen Sie eigentlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sie müssen also unterschreiben, dass Sie sich „im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zur Verfügung stellen“. Das gilt übrigens sogar, wenn Sie noch einen gültigen Arbeitsvertrag besitzen.

Krankengeld berechnen: Die Höhe der monatlichen Zahlung

Natürlich ist beim Krankengeld auch entscheidend, wie viel Prozent des eigentlichen Lohns ein Arbeitnehmer erhält. Dies ist in § 47 Absatz 1 SGB V geregelt:

Das Krankengeld beträgt 70 vom Hundert des erzielten regelmäßigen Arbeitsentgelts und Arbeitseinkommens, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt (Regelentgelt). Das aus dem Arbeitsentgelt berechnete Krankengeld darf 90 vom Hundert des […] berechneten Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen.

Sie erhalten also zwischen 70 Prozent des regelmäßigen Brutto- und 90 Prozent des individuellen Nettoverdienstes als Krankengeld.

Bildnachweise: fotolia.com/ © Lothar Drechsel

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