Sozialticket: Günstig mit den Öffis unterwegs

Kurze Zusammenfassung zum Sozialticket

  1. Das Sozialticket ermöglicht Personen, die Sozialleistungen beziehen, ermäßigt mit Bus und Bahn von A nach B zu kommen.
  2. Je nach Stadt kostet das Ticket durchschnittlich zwischen 25 und 35 Euro und ist nicht übertragbar.
  3. Die Personenmitnahme von bis zu drei Kindern ist in fast jeder Stadt mit dem Sozialticket gestattet.

Bei dem Sozialticket handelt es sich um einen ermäßigten Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr. Dieser kann beispielsweise von Hartz-4-Empfängern beantragt werden. Die Kosten können sich von Stadt zu Stadt unterscheiden und liegen durchschnittlich zwischen 25 und 35 Euro. Nicht alle Städte und Landkreise bieten ein Sozialticket an.

Was ist eine Sozialfahrkarte?

Mit dem Sozialticket können Hartz-4-Empfänger mit Bus und Bahn die Stadt unsicher machen.

Mit dem Sozialticket können Hartz-4-Empfänger mit Bus und Bahn die Stadt unsicher machen.

Sozial bedürftige Menschen, die beispielsweise Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe beziehen, können ein Sozialticket erwerben. Dabei handelt es sich um einen im Preis ermäßigten Einzel- oder Zeitfahrausweis zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Meistens ist der Fahrschein nicht übertragbar.

Oftmals erhalten die regionalen oder überregionalen Verkehrsunternehmen für das Sozialticket einen Zuschuss von den betreffenden Städten, Landkreisen oder Bundesländern. Die Hartz-4-Fahrkarte kann meistens in größeren Städten beantragt werden. Viele Landkreise bieten allerdings heutzutage auch schon ein Sozialticket an.

In folgenden Städten ist die Hartz-4-Monatskarte u. a. erhältlich:

  • Berlin
  • Bielefeld
  • Bonn
  • Dresden
  • Frankfurt am Main
  • Hamburg
  • Hannover
  • Heidelberg
  • Konstanz
  • Köln
  • Karlsruhe
  • Leipzig
  • Leverkusen
  • München
  • Stuttgart

Bei den oben genannten Städten handelt es sich allerdings nur um eine Auswahl von Landkreisen, die ein Sozialticket anbieten. Die Fahrkarte kann auch in anderen deutschen Städten erworben werden.

In Chemnitz lehnte der Stadtrat wegen der finanziellen Mehrbelastung das Sozialticket im Jahr 2008 ab. In Halle an der Saale sollte das Sozialticket gemeinsam mit dem in Leipzig eingeführt werden. Dieses Vorhaben wurde allerdings aufgrund der finanziellen Situation der Stadt gekippt. Auch die Einführung der Fahrkarte für Hartz-4-Empfänger wurde 2017 in Darmstadt abgelehnt. Empfänger von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII erhalten allerdings eine Ermäßigung von einem Drittel auf Monatskarten.

Interessant: Viele Städte bieten als Alternative ein generelles Bürgerticket an. Damit ist der Gang in Museen, auf Ausstellungen oder ins Theater ermäßigt.

Wie teuer ist ein Sozialticket?

Wenn Sie sich ein Sozialticket kaufen wollen, müssen Sie mit Kosten um die 30 Euro rechnen.

Wenn Sie sich ein Sozialticket kaufen wollen, müssen Sie mit Kosten um die 30 Euro rechnen.

Die Kosten für das Sozialticket sind je nach Stadt oder Landkreis recht unterschiedlich. Das sogenannte Berlin-Ticket S kostet pro Monat beispielsweise 27,50 Euro. Die Fahrkarte ist personengebunden und ermöglicht Fahrten im Geltungsbereich Berlin AB. Damit umfasst es die gesamte Stadt, nicht aber das Umland.

Das Sozialticket für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr kostet derzeit (Stand: August 2017) 35,55 Euro. Damit können Hartz-4-Empfänger zum Beispiel in Essen, Bochum oder Wuppertal die Öffis nutzen. Neben dem Sozialticket kann ein Zusatzticket des VRR beantragt werden. Damit können Sie beispielsweise den Geltungsbereich erweitern.

In München nennt sich das Sozialticket “IsarCard S”. Im Innenraum München kostet dieses 29,60 Euro. Das Sozialticket ist auch in der bayrischen Landeshauptstadt nicht übertragbar und gilt außerdem nicht von Montag bis Freitag zwischen 6 und 9 Uhr. Allerdings dürfen Hartz-4-Empfänger bis zu drei Kinder zwischen 6 und 14 Jahren mitnehmen.

Wo können Sie ein Sozialticket beantragen?

In Berlin sowie in München erfolgt die Ausstellung eines Sozialtickets nur, wenn der Bedürftige zusätzlich einen berlinpass oder münchenpass besitzt. Der berlinpass kann bei den Berliner Bürgerämtern beantragt werden.

Dazu muss der Bedürftige seinen Hauptwohnsitz in Berlin haben und bestimmte Sozialleistungen beziehen. Dazu gehören:

  • Arbeitslosengeld II (Hartz IV)
  • Sozialgeld
  • Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe)
  • Grundsicherung im Alter
  • Grundsicherung bei Erwerbsminderung
  • Asylbewerber-Leistungen

Sind Sie Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft, haben alle Mitglieder der BG einen Anspruch auf den berlinpass, sofern mindestens eine Person eine der oben genannten Sozialleistungen bezieht. Einen Antrag auf das Sozialticket können Sie selbst vor Ort stellen oder sich durch eine andere Person vertreten lassen.

Damit Sie für das Sozialticket einen Antrag stellen können, müssen Sie Ihren Bescheid über die Sozialleistung, die Sie bekommen, im Original vorlegen. Zudem benötigen Sie ein aktuelles Passfoto, welches nicht beschädigt sein darf. Auch Ihren Personalausweis oder Reisepass müssen Sie im Bürgeramt vorzeigen. Gebühren fallen für den berlinpass nicht an.

Das Sozialticket kann im Anschluss an allen Verkaufsstellen der Berliner Verkehrsbetriebe und der S-Bahn sowie an den Automaten der BVG erhalten werden. Der Wertabschnitt muss gemeinsam mit dem berlinpass mitgeführt und bei einer Kontrolle vorgezeigt werden.

Kann man auf dem Sozialticket jemanden mitnehmen?

In vielen Städten wird es als sozial angesehen, ein Ticket vergünstigt für Leistungsempfänger anzubieten.

In vielen Städten wird es als sozial angesehen, ein Ticket vergünstigt für Leistungsempfänger anzubieten.

Viele Bedürftige stellen sich bezüglich der Monatskarte für Hartz-4-Empfänger oft folgende Frage: “Kann man mit dem Sozialticket am Wochenende jemanden mitnehmen?” Auch dies unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. In München und im VRR-Bereich (Essen, Bochum etc.) können Sie bis zu drei Kinder mitnehmen.

Nachweislich eigene Kinder oder Enkelkinder zwischen 6 und 14 Jahren dürfen sogar in unbegrenzter Anzahl in München mitgenommen werden. Im VRR-Bereich gilt die Personenmitnahme mit dem Sozialticket ganztägig am Wochenende sowie an Feiertagen und montags bis freitags nach 19 Uhr. Hier ist die Mitnahme allerdings auf maximal drei Kinder unter 15 Jahren beschränkt.

Bildnachweise: fotolia.com/Petair, fotolia.com/eyetronic, fotolia.com/villiers

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