Wohngeld: Wann kann diese Unterstützung beantragt werden?

Kurze Zusammenfassung zum Wohngeld

  1. Leistungsempfänger können keinen Antrag auf Wohngeld stellen. Die Kosten für die Unterkunft sind in den Leistungen inkludiert.
  2. Hartz-4-Aufstocker können prüfen, ob sie Wohngeld anstatt Hartz 4 beziehen können.
  3. Ein Antrag auf Wohngeld wird von der Wohngeldstelle geprüft. Hierzu muss eine Einkommensbescheinigung vorgelegt werden.

Mieter und selbst nutzende Wohneigentümer haben das Recht, Wohngeld zu beantragen, wenn ihre Einkünfte eine Deckung der Kosten nicht zulassen. Als Sozialleistung unterliegt das Wohngeld einer Einkommensgrenze. Doch wann bekommt man Wohngeld und können Hartz-4-Empfänger dieses ebenfalls beantragen?

Was ist Wohngeld genau?

Wohngeld ist ein Zuschuss, der helfen soll, die Mietkosten abzudecken.

Wohngeld ist ein Zuschuss, der helfen soll, die Mietkosten abzudecken.

Die Miete aufzubringen, kann mitunter schwierig sein. Bei steigenden Mietpreisen reicht in einigen Fällen das Gehalt nicht aus. Auch der Unterhalt für Wohneigentum kann problematisch sein, wenn die Einkünfte diesen nicht abdecken.

Mieter und Eigentümer können dann Unterstützung in Form von Wohngeld beantragen, um die Kosten zu decken. Dies wird dann auch als Miet- oder Lastenzuschuss bezeichnet. Es soll zur wirtschaftlichen Absicherung beitragen und gehört zu den Sozialleistungen. Bürgern steht das Wohngeld also zur Verfügung, um sie bei notwendigen Ausgaben für den Lebensunterhalt zu unterstützen.

Die gesetzliche Grundlage für einen Wohngeldanspruch bildet das Wohngeldgesetz (WoGG). Gemäß § 68 Nr. 10 SGB I, ist die Gewährung von Wohngeld Teil des Sozialgesetzes. Es wird jeweils zur Hälfte vom Bund und den Bundesländern getragen.

In der Regel besteht ein Anspruch auf Wohngeld so lange die Einkommensverhältnisse dies erforderlich machen. Bessert sich die Situation erlischt der Anspruch, die Zuschüsse müssen jedoch üblicherweise nicht zurückgezahlt werden. Der Antragsteller ist verpflichtet, eine solche Änderung der Voraussetzungen der zuständigen Wohngeldstelle mitzuteilen.

Wann bekomme ich Wohngeld?

Wer bekommt eigentlich Wohngeld? Und ab wann genau bekommt man Wohngeld ausgezahlt? Wie bereits beschrieben, haben alle Mieter und Wohneigentümer, die den Wohnraum selbst nutzen, eine sogenannte Wohngeldberechtigung. Dies jedoch nur, wenn sie die rechtlichen Voraussetzungen erfüllen.

Um einen Wohngeldzuschuss zu erhalten, muss dieser bei der zuständigen Wohngeldstelle beantragt werden. Diese entscheiden dann darüber, ob dieser gewährt wird. Bei der Bearbeitung eines Antrags wird grundsätzlich der gesamte Haushalt betrachtet, sodass in der Regel auch dann Wohngeld ausgezahlt wird, wenn nur ein Haushaltsmitglied berechtigt ist, die anderen aber nicht.

Im Sinne des WoGG zählen zum Haushalt beispielsweise Ehepartner, Lebensgemeinschaften, Verwandte bis zum dritten Grad sowie auch Pflegefamilien. Allerdings gilt ein Anspruch nur dann, wenn ein gemeinsamer Wohn- und Wirtschaftsmittelpunkt besteht.

Wer eine Wohngeldberechtigung erhält, ist in § 3 WoGG festgelegt. Dieser Paragraph besagt diesbezüglich Folgendes:

Wohngeldberechtigte Person ist für den Mietzuschuss jede natürliche Person, die Wohnraum gemietet hat und diesen selbst nutzt. Ihr gleichgestellt sind
1. die nutzungsberechtigte Person des Wohnraums bei einem dem Mietverhältnis ähnlichen Nutzungsverhältnis (zur mietähnlichen Nutzung berechtigte Person), insbesondere die Person, die ein mietähnliches Dauerwohnrecht hat,
2. die Person, die Wohnraum im eigenen Haus, das mehr als zwei Wohnungen hat, bewohnt, und
3. die Person, die in einem Heim im Sinne des Heimgesetzes oder entsprechender Gesetze der Länder nicht nur vorübergehend aufgenommen ist.
(2) Wohngeldberechtigte Person ist für den Lastenzuschuss jede natürliche Person, die Eigentum an selbst genutztem Wohnraum hat. Ihr gleichgestellt sind
1. die erbbauberechtigte Person,
2. die Person, die ein eigentumsähnliches Dauerwohnrecht, ein Wohnungsrecht oder einen Nießbrauch innehat, und
3. die Person, die einen Anspruch auf Bestellung oder Übertragung des Eigentums, des Erbbaurechts, des eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts, des Wohnungsrechts oder des Nießbrauchs hat.

Ausländische Personen haben gemäß §§ 3 und 5 WoGG einen Anspruch auf Wohngeld, wenn sie sich ausschließlich im Bundesgebiet aufhalten und die im WoGG bestimmten Voraussetzungen für Wohngeld erfüllen.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld? Das ist in § 3 WoGG festgelegt.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld? Das ist in § 3 WoGG festgelegt.

Für einen Anspruch auf Wohngeld sind die Voraussetzungen beispielsweise dann nicht erfüllt, wenn dies laut § 21 WoGG einen Missbrauch von Leistungen bedeuten würde. Dies kann der Fall sein, wenn ein erhebliches Vermögen vorhanden ist und diese beziehungsweise die Einnahmen aus diesem zur Deckung der Wohnkosten herangezogen werden können.

Gemäß der Änderung des Wohngeldgesetzes von 2009 werden bei der Berechnung von Wohngeld Vermögensfreibeträge einbezogen. Diese liegen bei 60.000 Euro für das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied und bei 30.000 Euro für jedes weitere berechtigte Mitglied.

Wie lange wird Wohngeld gezahlt?

In der Regel wird Wohngeld nach einem Antrag für die Dauer von zwölf Monaten bewilligt. Dies gilt ab dem ersten Monat, in dem der Antrag gestellt wurde. Der Zeitraum kann sich verkürzen, wenn die Voraussetzungen nicht mehr vorliegen oder verlängern, wenn diese weiterhin bestehen.

Eine Weiterbewilligung bedarf eines erneuten Antrags. Dieser sollte etwa zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums eingereicht werden.

Wohngeld berechnen: Wie funktioniert das?

Wie viel Wohngeld steht mir zu? Das ist oft die wichtigste Frage, die Antragsteller haben. Lohnt es sich überhaupt, einen solchen Antrag zu stellen? Wie die Berechnung von Wohngeld genau erfolgt, ist für viele eher undurchsichtig, da mehrere Faktoren eine Rolle wichtig sein können.

Die der Wohngeldberechnung zugrunde gelegte Formel ist im Wohngeldgesetz unter § 19 sowie in der Anlage 2 zu finden und lautet wie folgt:

1,15 · (M – (a + b · M + c · Y) ·Y) Euro

Wann steht mir Wohngeld zu? Beim Bezug anderer Sozialleistungen kein ein Antrag oft nicht gestellt werden.

Wann steht mir Wohngeld zu? Beim Bezug anderer Sozialleistungen kein ein Antrag oft nicht gestellt werden.

„M“ steht hier für die monatliche Miete beziehungsweise die Belastung für den Eigentümer in Euro. „Y“ ist das Gesamteinkommen in Euro. Die Werte a, b und c sind in der Anlage 1 zu § 19 WoGG definiert. Hier spielt die Haushaltsgröße eine bedeutende Rolle. Je nach bestehender Größe müssen andere Werte zugrunde gelegt werden.

Neben der Haushaltsgröße hat zu allererst jedoch das Einkommen die wichtiges Bedeutung beim Wohngeld. Die Höhe ist maßgeblich davon abhängig, wie viel Einkommen ein Haushalt zur Verfügung hat und wie sich die Wohnkosten auf dieses auswirken.

Wichtig für die Anrechnung sind die Bestimmungen in § 13 WoGG. Die Einkommensgrenze für das Wohngeld wird am Jahreseinkommen aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder festgemacht. Das Monatseinkommen ermittelt sich demnach aus dem Jahreseinkommen, in dem dieses gezwölftelt wird. Sowohl steuerpflichtiges Einkommen als auch einige Steuerfreibeträge werden hier herangezogen.

Das Wohngeld an sich stellt nur einen Zuschuss dar. Daher muss ein gewisses Mindesteinkommen nachgewiesen werden. Bei Alleinstehenden liegt der Regelsatz hier bei 409 Euro. Auch ein Höchsteinkommen hat für die Bewilligung eine Bedeutung. Dies wird je nach Mietstufe im jeweiligen Wohnort ermittelt und kann sich daher unterscheiden. Diese Stufen sind in der Wohngeldtabelle aufgeführt.

Eine Verdienstbescheinigung ist beim Wohngeld daher immer einzureichen, denn nur bedürftige Personen erhalten dieses als Zuschuss. Grundsätzlich zählt für die Berechnung jedes Einkommen, allerdings bilden andere Sozialleistungen hier eine Ausnahme.

Hartz 4: Darf Wohngeld beantragt werden?

Wohngeld beantragen, das können Berechtigte bei der zuständigen Wohngeldstelle.

Wohngeld beantragen, das können Berechtigte bei der zuständigen Wohngeldstelle.

Mit der Einführung von Hartz 4 wurden auch die Voraussetzungen für die Zahlung von Wohngeld angepasst.

So wird dieses nicht bewilligt, wenn andere Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialgeld oder Sozialhilfe bezogen werden.

Da diese Leistungen die Kosten für die Unterkunft beinhalten, besteht kein Anspruch. Erhalten Betroffene jedoch Arbeitslosengeld I, ist ein Antrag zulässig, denn hier sind die Unterkunftskosten nicht berücksichtigt. Wohngeld ist hier möglich, wenn die gezahlten Beträge zu gering ausfallen.

Ist das Einkommen gering und wird aufgestockt, kann es jedoch durchaus eine Option sein, Wohngeld statt Hartz 4 zu beantragen. Betroffene sollten dies genau prüfen, um die Vor- und Nachteile richtig abwägen zu können. Auch gilt in einem solchen Fall, dass Wohngeld vorrangig zu Hartz 4 zu beantragen ist. Dies soll dazu beitragen, dass eine Hilfebedürftigkeit, die zu einem ALG-II-Leistungsbezug führen würde, durch Wohngeld abgewendet werden kann. Wohngeld bei ALG-I-Bezuz ist jedoch durchaus möglich.

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